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Wirtschaft Erste Nord-Firmen wollen Amazon meiden
Nachrichten Wirtschaft Erste Nord-Firmen wollen Amazon meiden
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10:00 01.03.2019
Der Internet-Versandhändler Amazon dominiert den Markt und die Regeln. Das gefällt nicht allen. Quelle: Jakub Kaczmarczyk
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Kiel

Weil Amazon aus Sicht des Naturkosmetikherstellers Oceanbasis nicht nachhaltig genug agiert, hat das Kieler Unternehmen seine Zusammenarbeit mit dem Weltkonzern eingestellt. Weitere Firmen aus Schleswig-Holstein, wie die Kieler Seifen GmbH, sehen einen Vertrieb über Amazon aus ethischen Gründen kritisch und prüfen deshalb langfristig Alternativen. Auch Pyua, Kieler Anbieter von Skibekleidung aus Recycling-Polyester, steht einer Zusammenarbeit mit Amazon kritisch gegenüber.

Zweifel am Online-Handfel wachsen

Die Industrie- und Handelskammern beobachten, dass erste Unternehmen Amazon den Rücken kehren: „In Schleswig-Holstein ist dieses Phänomen noch nicht so ausgeprägt, doch Kollegen aus anderen Bundesländern berichten uns von einer spürbaren Absetzbewegung“, sagt Julia Körner, Handelsexpertin der IHK Kiel. Als Grund nennt sie jedoch weniger Zweifel an der Nachhaltigkeit des Internet-Riesen als vielmehr schrumpfende Margen. Dabei richte sich die Skepsis keineswegs nur gegen Amazon, sondern gegen den Online-Handel allgemein: „Unternehmen erkennen, dass das Internet kein Goldesel ist.“

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Amazon kann einen Trend zur Abkehr „nicht bestätigen“. Bei rund 10000 Anbietern auf dem deutschen Amazon-Marktplatz sei es normal, wenn sich auch Unternehmen verabschiedeten: „Insgesamt wächst das Online-Geschäft.“ Das Unternehmen sei ein „guter Arbeitgeber“ und nehme das Thema Nachhaltigkeit sehr ernst.

Von Kristin Ulrich & Jahns Metschies

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