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Wirtschaft Es ist klar: Die Roboter werden kommen
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09:00 13.09.2018
US-Professor John Zysman sprach sich beim GES für eine größere Wertschätzung der Mitarbeiter aus. Quelle: pat scheidemann
Kiel

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hatte hochrangige Gäste aus dem In- und Ausland eingeladen, um über die Zukunft von Arbeit und Bildung im digitalen Zeitalter zu diskutieren. Knapp 100 Vertreter aus Forschung, Politik, Verwaltung und Wirtschaft waren zum GES gekommen. Ein Thema zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Veranstaltung: Verunsicherung. Viele Menschen haben schlicht Angst davor, dass ihr Arbeitsplatz demnächst nicht mehr gebraucht wird.

Den Menschen die Angst nehmen, aber wie?

Völlig unklar, so Zysman, sei vor allem, in welcher Geschwindigkeit sich der Wandel vollziehe: „Das schürt die Unsicherheit und lähmt." Auf eine Frage aus dem Plenum, welche Antworten man sich denn von der Politik wünsche, entgegnete die ehemalige Lufthansa-Managerin Simone Menne: „Den Menschen muss die Angst vor der Zukunft genommen werden.“ Das klingt nachvollziehbar, aber ganz so einfach ist es dann doch nicht.

Unternehmen müssen sich auf neue Herausforderungen einstellen

Wenn der Nürnberger Arbeitsmarktforscher Florian Lehmer nämlich davon spricht, dass Jobs in der Fertigung künftig von Maschinen übernommen werden können, entsteht daraus eine ganz reale Bedrohung für Arbeitsplätze – und damit eine Unsicherheit, die nicht so schnell aus der Welt zu schaffen ist. Thomas Letixerant, Geschäftsführer der Regionaldirektion Nord der Bundesarbeitsagentur, will, das es am Ende überhaupt keine Verlierer der Digitalisierung gibt – weder auf Arbeitnehmer- noch auf Arbeitgeberseite. Dies könne nur dann gelingen, wenn sich Unternehmen und Mitarbeiter rechtzeitig auf die neuen Herausforderungen einstellten. Weiterbildung sei dazu ein entscheidender Schlüssel. Wertschätzung, so Zysman, sei ein weiterer. Der Professor von der Berkeley-Universität in Kalifornien plädiert dringend dafür, Mitarbeiter in Unternehmen weniger als Kostentreiber zu sehen, sondern als Vermögenswerte.

So viel ist klar: Die Roboter werden kommen. „Und das wird auch viel Positives bringen“, so Zysman. Einen Fehler müsse Europa auf jeden Fall vermeiden: Sich in Sachen Digitalisierung vor dem Silicon Valley verstecken.

Von Lukas Erbrich

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