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Wirtschaft Rechnungshof fordert externes Gutachten
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09:00 12.04.2019
Von Anne Holbach
Foto: Die "Gorch Fock" liegt weiter im Trockendock in Bremerhaven. Der Bundesrechnungshof rät: Solange das Segelschulschiff noch nicht wieder schwimmt, sollte die Zeit genutzt werden, um die Qualität der bisherigen Arbeit zu kontrollieren.
Die "Gorch Fock" liegt weiter im Trockendock in Bremerhaven. Der Bundesrechnungshof rät: Solange das Segelschulschiff noch nicht wieder schwimmt, sollte die Zeit genutzt werden, um die Qualität der bisherigen Arbeit zu kontrollieren. Quelle: Frank Behling
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Bonn/Kiel

Am Mittwoch beriet der Haushaltsausschuss des Bundestages darüber, bestätigte Martin Winter, Sprecher des Bundesrechnungshofes am Donnerstag auf Anfrage.

Die Behörde wolle aber keinen Sanierungsstopp. "Wir empfehlen lediglich, die Chance zu nutzen, solange der Schiffsrumpf noch im Trockendock liegt, genau hinzuschauen und beispielsweise die Qualität der Schweißnähte zu prüfen", so Winter. "Das könnte auch parallel zu den laufenden Arbeiten passieren."

Fürs Verteidigungsministerium bleiben viele Fragen offen

"Wenn das Parlament das beschließt, werden wir uns dem nicht verschließen", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums zur Debatte über das Gutachten. Allerdings blieben noch viele Fragen offen.

So gebe es beispielsweise innerhalb der Marine die Expertise für ein solches Gutachten, so dass der Bedarf und die Wirtschaftlichkeit, externe Berater zu beauftragen, nicht auf den ersten Blick ersichtlich seien. Ziel des Ministeriums sei es nach wie vor, das Segelschulschiff bis Sommer wieder schwimmfähig zu machen.

Rechnungshof soll Bedenken an der Werft geäußert haben

Die "Gorch Fock" liegt aktuell in Bremerhaven im Trockendock. Ein im Dezember verhängter Zahlungsstopp an die Elsflether Werft wurde erst am Montag vom Verteidigungsministerium aufgehoben. Die Kosten der Sanierung stiegen von zehn auf zuletzt 135 Millionen Euro, knapp 70 Millionen Euro davon wurden schon gezahlt.

Die "Nordwest-Zeitung" hatte berichtet, dass in dem vertraulichen Bericht des Rechnungshofes erhebliche Bedenken an der Leistungsfähigkeit der Elsflether Werft geäußert wurden und die Qualität der Arbeit angezweifelt werde. Demnach bemängelten die Prüfer eine "nicht akzeptable Beulenbildung in allen Bereichen des Rumpfes" sowie "qualitativ unzureichende" Schweißarbeiten.

Werft zeigt sich offen für Begutachtung

Dem widerspricht Axel Birk, der seit Februar die Elsflether Werft leitet. Die Werft habe sehr wohl die Kompetenz, die Arbeiten auszuführen. Inzwischen befasse sich ein 15-köpfiges Projektteam mit der "Gorch Fock". "Dass beim Schweißen Beulen entstehen, passiert oft", so Birk. Es gebe eine Norm über die zulässigen Beulengrößen und diese werde eingehalten. Vor dem Lackieren werde noch einmal nachgearbeitet. Die Werft habe kein Problem damit, wenn das von einem externen Gutachter nachgemessen werde. Allerdings kontrolliere die Marine ohnehin regelmäßig die Arbeiten.

Mehr zur "Gorch Fock" lesen Sie auf unserer Themenseite.