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Wirtschaft SH-Firmen wollen noch mehr Jobs schaffen
Nachrichten Wirtschaft SH-Firmen wollen noch mehr Jobs schaffen
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10:00 02.01.2019
Von Ulrich Metschies
Vossloh-Elektriker René Deim testet Kabelverbindungen an einem Lok-Prototyp in Kiel. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Dies ist das Ergebnis der jährlichen Wirtschaftsumfrage der Kieler Nachrichten bei landesweit mehr als 60 Unternehmen. Demnach wollen zwei Drittel der befragten Firmen zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, knapp 30 Prozent kündigen an, ihr Personal stabil zu halten. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) bezeichnet das Ergebnis als "ausgesprochen positives Signal", appelliert jedoch gleichzeitig an die Wirtschaft, sich noch stärker als bislang um die Ausbildung und Gewinnung von Fachkräften zu kümmern.

Der in vielen Bereichen leergefegte Arbeitsmarkt erweist sich für zahlreiche Unternehmen heute bereits als größtes Wachstumshemmnis. Nicht nur IT-Firmen suchen händeringend qualifizierte Mitarbeiter, auch Handwerk und Industrie können viele Stellen gar nicht oder erst nach langem Suchen besetzen. Der Kieler Lok-Hersteller Vossloh Locomotives etwa kündigt an, aufgrund der "sehr guten Auftragslage" 2019 rund 30 neue Mitarbeiter einstellen zu wollen: "Aber durch den Fachkräftemangel ist es für uns schwerer geworden, qualifizierte Bewerber zu finden."

Dräger hat wegen des Brexit Vorräte angelegt

Deutlich gewachsen ist die Sorge der regionalen Wirtschaft vor den Folgen eines ungeregelten Brexit. "Wir treffen Vorkehrungen, um die Auswirkungen möglichst gering zu halten", heißt es bei Dräger. Der Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern hat Vorräte an Produkten gebildet, um bei Lieferverzögerungen die Fertigung in Lübeck und Großbritannien sicherzustellen: "Auch bei Verbrauchsmaterial in der Medizintechnik erhöhen wir die Bestände, um kurzfristig lieferfähig zu bleiben."

Als "unberechenbar" bezeichnet auch der Kieler Reiseveranstalter Gebeco die Auswirkungen des Brexit. Bei Hotelbuchungen im Vereinigten Königreich konkurriere man bereits verstärkt mit Briten, die sich eine Auslandsreise nicht mehr leisten wollen. Kaum abzusehen seien bislang die Auswirkungen des Brexit auf Flugverbindungen.

Vor "chaotischen Auswirkungen in vielen Bereichen" als Folge eines "hard Brexit" warnt das Wirtschaftsministerium in Kiel. EU und Bundesregierung arbeiten zwar an Notfallmaßnahmen: "Aber es dürfte jetzt schon klar sein, dass die notwendige Zahl an zusätzlichen Zollbeamten nicht zur Verfügung steht", sagt Wirtschaftsminister Buchholz. Damit würde es unweigerlich zu Behinderungen im Außenhandel kommen.

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