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Wirtschaft Start-Up-Szene in Männerhand
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13:54 04.02.2020
Von Ulrich Metschies
Schleswig-Holstein ist ein solides Pflaster für Gründer - doch es gibt Luft nach oben. Quelle: Jens Kalaene/dpa
Kiel.

Demnach sind in Schleswig-Holstein gut vier von fünf Unternehmensgründern männlich, mit nur 16 Prozent Frauenanteil liegt der „echte Norden“ klar unter dem Bundesdurchschnitt von 22 Prozent. Unrühmlich fällt auch das Gesamturteil des Unternehmernachwuchses über ihr Bundesland aus. Zwar ist Schleswig-Holstein für jeden zweiten Befragten ein gründerfreundlicher Standort und sieben von zehn Gründern würden sich auch noch einmal selbstständig machen, doch im Bundesschnitt geben fast zwei Drittel ihrem Standort die Note „gut“ oder „sehr gut“.

Größte Hürde für Gründer in Schleswig-Holstein: Bürokratie

Bundesweit und auch in Schleswig-Holstein ist Bürokratie die größte Hürde bei der Existenzgründung: 44 Prozent der schleswig-holsteinischen Start-ups (Bund: 45 Prozent) fühlen sich ausgebremst durch Behördengänge, Regulierungen und gesetzliche Vorgaben. In der Finanzierung ihres Vorhabens sieht landes- und bundesweit knapp ein Viertel der Befragten die größte Herausforderung.

Als Berater und Ansprechpartner während der Gründungsphase werden Steuerberater bevorzugt – Banken sowie Rechts- und IT-Experten liegen deutlich dahinter. Vier von fünf Gründern finanzieren den Start in die Selbstständigkeit allein, nur 18 (Bund: 16) Prozent arbeiten mit Bankkrediten.

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Start-Ups in Kiel

Startkapital im Norden relativ schnell verbraucht

Dass das vor allem an der Risikoscheu der Kreditwirtschaft liegt, mag Dirk Grow, Leiter Unternehmerkunden der Commerzbank Kiel nicht bestätigen: „Wir haben Gründerinnen und Gründern viel zu bieten und würden uns sehr freuen, möglichst frühzeitig in Vorhaben eingebunden zu werden.“ Er wertet es als Vertrauensbeweis für die Banken im Norden, dass sie von Start-ups deutlich häufiger in die Beratung einbezogen werden als dies im Bundesschnitt der Fall ist.

Gleichzeitig scheinen Nachwuchsunternehmer in Schleswig-Holstein ihren Finanzbedarf häufiger zu unterschätzen als Gründer im Bundesschnitt: Knapp die Hälfte der Start-ups im Norden (Bund: 46 Prozent) hat das Startkapital innerhalb der ersten sechs Monate aufgebraucht, für länger als zwei Jahre reicht es nur in drei Prozent der Fälle. Bundesweit kommt jedes zehnte Jungunternehmen mehr als 24 Monate ohne Kapitalspritze aus.

Wie das Land Start-Ups besser fördern will, lesen Sie hier.

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