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Wirtschaft Bad Bank der Länder erstmals mit Gewinn
Nachrichten Wirtschaft Bad Bank der Länder erstmals mit Gewinn
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16:25 08.05.2019
Von Ulrich Metschies
Foto: Ihre Aufgabe ist es, ein Milliardenportfolio an notleidenden Schiffskrediten möglichst vermögensschonend für die Länder zu verwerten: Karl-Herrmann Witte und Ulrike Helfer, Vorstände der Portfoliomanagement Schleswig-Holstein Hamburg.
Ihre Aufgabe ist es, ein Milliardenportfolio an notleidenden Schiffskrediten möglichst vermögensschonend für die Länder zu verwerten: Karl-Herrmann Witte und Ulrike Helfer, Vorstände der Portfoliomanagement Schleswig-Holstein Hamburg. Quelle: Carsten Rehder
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Kiel

Am Mittwoch stellte der Vorstand der Länderanstalt namens „Portfoliomanagement Schleswig-Holstein Hamburg“ (PM) die jüngsten Zahlen vor. Danach erwirtschaftete die ländereigene Bad Bank 2018 einen Gewinn von 15,1 Millionen Euro.

Von der traurigen Länderflotte sind noch 173 Schiffe übrig

Die Länderanstalt war 2016 ins Leben gerufen worden, um der damaligen HSH Nordbank notleidende Kredite in Milliardenhöhe abzukaufen. Ohne diese Erleichterung von Altlasten wäre die einstige Landesbank direkt in die Abwicklung geschlittert. Für Schrottkredite im Nominalwert von rund vier Milliarden Euro hatte die PM 2,4 Milliarden Euro bezahlt und als Sicherheiten 253 Schiffe erhalten, zumeist Containerfrachter, die aufgrund der globalen Schifffahrtskrise kaum noch ihre Kosten einfahren konnten.

Von dieser traurigen Länderflotte waren zu Beginn des neuen Geschäftsjahres noch 173 Schiffe übrig. Der ausstehende Kreditbetrag zum 31. Dezember 2018 betrug 3,67 Milliarden Euro, dessen Buchwert 1,48 Milliarden Euro.

Vorstand: Das Abwarten hat sich ausgezahlt

PM-Vorstandsmitglied Ulrike Helfer wertet diesen Abbau als "sehr erfreuliches Ergebnis".  Die Strategie, möglichst an den Krediten erst einmal festzuhalten und sie abzubauen, wenn der Zeitpunkt stimme, sei richtig: "Es war im Vorwege nicht zu erwarten, dass wir es in so kurzer Zeit schaffen würden, so umfangreich abzubauen."

Trotz der schwarzen Zahlen ist die PM alles andere als eine Gelddruckmaschine: Allein in ihrem Gründungsjahr verbuchte die Länderanstalt einen Verlust von über einer halben Milliarde Euro, vor allem wegen der gigantischen Risikovorsorge für das übernommene Schrott-Portfolio.  

Mehr zur HSH Nordbank lesen hier.