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Wirtschaft Warum Netanjahu plötzlich mehr U-Boote will
Nachrichten Wirtschaft Warum Netanjahu plötzlich mehr U-Boote will
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21:26 22.11.2016
Von Frank Behling
In Kiel wird aktuell ein U-Boot der Dolphin-Klasse (Foto) für Israel gebaut: Baunummer 402 soll aber erst im Frühjahr zu Wasser gelassen werden. Quelle: Frank Behling
Haifa/Kiel

Zeitgleich schlägt das Interesse der Regierung Netanjahu an drei weiteren U-Booten aus Kiel in Israel hohe Wellen. Regierungschef Benjamin Netanjahu gerät dabei zunehmend unter Druck. Der Fernsehsender Channel 11 hatte herausgefunden, dass Netanjahus Privatanwalt und Vertrauter David Shimron geschäftlich mit dem Thyssen-Krupp-Konzern verbunden ist. Vor der sonntäglichen Kabinettssitzung verteidigte sich Netanjahu gegen Korruptionsvermutungen. Er beteuerte, nicht mit seinem Anwalt über geschäftliche Themen aus dem Marineschiffbau geredet zu haben.„Bei der Entscheidung, die U-Boote zu kaufen, habe ich mich nur von einer einzigen Erwägung leiten lassen: nämlich die Sicherheit und die Stärke des Staates Israel zu vergrößern“, sagte Netanjahu vor einer Sitzung der Knesset.

Die israelische Marineführung, auch das wurde jetzt bekannt, wollte weitere U-Boote erst in 15 Jahren kaufen. Die nächste Generation soll außerdem größer sein und ganz andere Fähigkeiten haben. Dass nun kurzfristig weitere U-Boote beschafft werden sollen, war offenbar auch einer der Gründe für den Rücktritt von Verteidigungsminister Moshe Yaalon im Mai. Auf seiner Facebookseite erklärte Yaalon am Donnerstag, dass er vehement gegen die Bestellung weiterer U-Boote gewesen sei. Auch die Marineführung sehe derzeit keinen Bedarf an weiteren U-Booten, schrieb er. Ein Schwerpunkt der Zukunftsplanung liege vielmehr im Überwasserschiffbau. Dazu gehören die vier bereits in Kiel bestellten Korvetten. Diese Schiffe sind deutlich günstiger. Zum Vergleich: Drei U-Boote kosten etwa 1,3 Milliarden Euro – vier Korvetten dagegen nur knapp 500 Millionen Euro.

Ein Argument für den schnellen Kauf von drei weiteren U-Booten war offenbar auch die Tatsache, dass Deutschland zumindest bislang israelische Waffenkäufe bei deutschen Firmen mit 30 Prozent unterstützt. Es gibt in Israel die Befürchtung, dass eine neue Bundesregierung diese mit der Verantwortung für Israels Sicherheit begründete Unterstützung streichen könnte.

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