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Wirtschaft Rewe stuft Standort Kiel herab
Nachrichten Wirtschaft Rewe stuft Standort Kiel herab
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10:03 06.02.2020
Von Ulrich Metschies
Rewe gibt sich zugeknöpft: Wie viele Arbeitsplätze am Kieler Standort Benzsstraße erhalten bleiben, ist unklar. Quelle: Ulf Dahl
Kiel.

Rewe hat die Baugenehmigung für das Logistik- und Verwaltungszentrum Henstedt-Ulzburg erhalten. Doch bei den verbliebenen Mitarbeitern der aufgelösten Tochter Supermärkte Nord (Suno) hat diese Nachricht nicht nur Freude ausgelöst.

Denn natürlich stellt sich die Frage, wofür Rewe den Standort Kiel-Wellingdorf überhaupt noch braucht, wenn im Süden des Landes ein neuer Zentralstandort seine Tore geöffnet hat. Erstmals hat sich der Konzern jetzt öffentlich zur Zukunft von Kiel geäußert – allerdings nur vage: „Unabhängig von der erfolgten Baugenehmigung für die neue Zentrale der Rewe Region Nord in Henstedt-Ulzburg“ bleibe der Standort Kiel erhalten, teilte der Konzern auf Nachfrage mit. Der ehemalige Suno-Sitz in der Benzstraße hat jedoch nur noch den Status einer „Außenstelle der Rewe Region Nord“.

Wie viele Jobs bleiben ist unklar 

Am Standort mit einst rund 250 Arbeitsplätzen verbleiben nach Auskunft von Rewe-Sprecher Raimund Esser „Dienstleistungs- und Serviceabteilungen wie beispielsweise Logistik oder Bereiche des Rechnungswesens“. Zu betriebsbedingten Kündigungen soll es bislang nicht gekommen sein. Wie zu hören ist, haben Beschäftigte Abfindungsangebote oder Job-Angebote an anderen Standorten angenommen. Wie viele Mitarbeiter das Unternehmen in der früheren Suno-Zentrale aktuell hat – dazu gibt es auch auf mehrfache Nachfrage keine Auskunft. Unklar ist auch, in welchem Umfang in Kiel überhaupt Logistik benötigt wird, wenn der Umzug vom jetzigen Rewe-Standort Norderstedt nach Henstedt-Ulzburg abgeschlossen ist.

Konzern sieht große Vorteile durch Henstedt-Ulzburg

Im dortigen Gewerbegebiet – in unmittelbarer Nähe zur Autobahn 7 – soll mit einem Investitionsvolumen von rund 100 Millionen Euro auf 24 Hektar Fläche ein 85000 Quadratmeter großes Logistik- und Verwaltungszentrum entstehen. Wie Rewe auf seiner Internetseite schreibt, sollen über das neue Regionallager die Lebensmittelmärkte in Hamburg und Schleswig-Holstein mit Frische-Artikeln, Fleisch, Trockensortiment, Tiefkühlware sowie Drogerie- und Nonfood-Arikeln versorgt werden. Das neue Lager, so heißt es, sorge für kürzere Transportwege und ermögliche „eine noch nachhaltigere Logistik“. Ursprünglich wollte der Konzern den neuen Standort bereits im Oktober 2019 in Betrieb nehmen, doch Widerstände vor Ort hatten die Genehmigung immer wieder verzögert. Bis 2025 sollen am neuen Standort fast 1000 Arbeitsplätze entstehen, die bisherige Regional-Zentrale in Norderstedt wird aufgelöst.

Rewe bestätigt Auflösung der Suno

Bestätigt wird von Rewe immerhin, dass die defizitäre Tochter Suno als ehemaliges Gemeinschaftsunternehmen mit der Kosumgenossenschaft Coop inzwischen aufgelöst wurde. Mit mehr als 7000 Beschäftigten zählte die Supermärkte Nord zu den bedeutendsten Arbeitgebern landesweit. Insgesamt 113 ehemalige Sky-Märkte seien in das Vertriebsnetz der Rewe Region Nord, 38 Märkte in die Region Ost integriert worden. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Märkten seien übernommen worden. Unter dem Rewe-Dach entwickelten sich die Standorte „überaus erfolgreich“.

Die Suno war 2016 aus einem Deal hervorgegangen, mit dem sich die Coop von einer existenzbedrohenden Schuldenlast befreit hatte. Rewe übernahm die Mehrheit an der neuen Supermärkte Nord KG, in die die Coop ihr operatives Geschäft ausgelagert hatte.

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