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Handwerker: Kunden müssen sich wegen Lieferengpässen und dem Ukraine-Krieg auf höhere Rechnungen einstellen

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12:49 13.05.2022
Kunden müssen sich auf weiter steigende Kosten für Handwerkerleistungen einstellen.
Kunden müssen sich auf weiter steigende Kosten für Handwerkerleistungen einstellen. Quelle: picture alliance / dpa
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Berlin

Kunden müssen sich auf weiter steigende Kosten für Handwerkerleistungen einstellen. Lieferengpässe und der Beginn des Ukraine-Kriegs hätten die Herstellungs- und Arbeitskosten in vielen Betrieben noch einmal stärker steigen lassen als in den vorangegangenen Quartalen, schreibt der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in seinem aktuellen Konjunkturbericht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Dafür befragten die Handwerkskammern Betriebe in ganz Deutschland.

Fast zwei Drittel (64 Prozent) der Betriebe hätten im vergangenen Vierteljahr die Absatzpreise erhöhen müssen, so der ZDH. Im Vorjahreszeitraum waren es nur 33 Prozent. Nur drei Prozent hätten Preise gesenkt. „Durch den steilen Anstieg der Beschaffungspreise muss eine rekordhohe Zahl an Handwerksbetrieben seine Verkaufspreise erhöhen - allerdings ohne die gestiegenen Kosten vollständig weitergeben zu können“, sagte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke.

Auftragsstornierungen setzen Betriebe unter Druck

In vielen Betrieben, besonders im Bau- und Kfz-Bereich sowie beim gewerblichen Bedarf, sei es bereits zu kriegsbedingten, teils deutlichen Umsatzverlusten gekommen, so Schwannecke. Und zwar auch als Folge von Auftragsstornierungen, weil Kunden nicht bereit gewesen seien, höhere Absatzpreise wegen gestiegener Beschaffungs- und Energiepreise zu akzeptieren.

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Insgesamt sei man weniger stark von den unmittelbaren Folgen des Ukraine-Kriegs betroffen als andere Wirtschaftsbereiche, so der ZDH. Schließlich erziele das Handwerk seine Umsätze vor allem in Deutschland, nur 7 Prozent im Ausland. 59 Prozent der Betriebe berichteten nach einer Extra-Befragung des ZDH zum Thema, dass ihre Umsätze bisher nicht als Folge des Ukraine-Kriegs gesunken sind.

„Preisexplosion macht bestehende Aufträge unwirtschaftlich“

Nahezu flächendeckend berichteten Betriebe aber von gestiegenen Beschaffungspreisen und gestörten Lieferketten, so Schwannecke. „Bei der Mehrheit der Betriebe führt die Preisexplosion dazu, dass bestehende Aufträge unwirtschaftlich werden.“

Der Befragung zufolge spürten 41 Prozent die Kriegsfolgen in Form sinkender Umsätze. 14 Prozent der Befragten berichteten von Ausfällen bei Rohstoffen, Materialien oder Vorprodukten, weil Lieferanten in Belarus, Russland oder der Ukraine weggebrochen seien. Das führe zu Produktionsverzögerungen oder sogar Ausfällen.

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„Der zu Jahresbeginn überall im Handwerk zu spürende Optimismus, im Jahresverlauf wieder zu alter Konjunkturstärke zurückkehren zu können, ist vor allem seit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges weitgehend verflogen“, sagte Schwannecke. Der Verlauf des Krieges mit damit einhergehenden Ungewissheiten bei Lieferungen und Preisen seien „ein erheblicher Risikofaktor“ für die weitere Konjunkturentwicklung im Handwerk.

Auch Baukonjunktur schwächelt

„Das Handwerk kämpft sich aktuell bei kräftigem Gegenwind durch konjunkturell stürmische Zeiten“, sagte Schwannecke. „Folgen der Corona-Pandemie, Material- und Lieferengpässe, drastische Preissteigerungen, Inflation, fehlende Fachkräfte und seit Ende Februar die Auswirkungen des brutalen russischen Angriffs auf die Ukraine setzen dem Handwerk und mittlerweile auch der hiesigen Baukonjunktur zu.“ Das sei besonders beunruhigend, weil der Bau sich bislang als stabilisierender Konjunktur-Anker in der Pandemie erwiesen habe. Hier sei die Politik unter anderem mit einem verlässlichen Förderrahmen gefragt.

Schwannecke forderte eine flexiblere Vertrags- und Preisgestaltung bei öffentlichen Aufträgen, Hilfe bei steigenden Energiepreisen und mehr Wertschätzung und finanzielle Förderung für die berufliche Bildung. Um den Umbau zu einer klimafreundlicheren Wirtschaft zu bewältigen, seien in Zukunft noch wesentlich mehr handwerkliche Fachkräfte nötig - und die seien schon heute knapp.

RND/dpa