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Wirtschaft HCOB hat ihre Kieler Zentrale verkauft
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10:31 01.02.2020
Von Ulrich Metschies
Blickfang am Kleinen Kiel: Eigentümer des 1953 bis 1955 errichteten Hochhauses ist jetzt die Investa Holding aus Eschborn. Quelle: Frank Peter
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Kiel

Eines der prägenden Kieler City-Gebäude hat einen neuen Eigentümer – und das Land Schleswig-Holstein als Interessent geht leer aus: Die personell drastisch zusammengeschmolzene Hamburg Commercial Bank (HCOB) hat sich nach einem monatelangen Bieterverfahren von acht Büro-Immobilien in Kiel mit insgesamt 40.000 Quadratmetern Fläche getrennt, darunter auch das markante Hochhaus Martensdamm 6, direkt am Kleinen Kiel gelegen. Eigentümer des elfgeschossigen Gebäudes ist seit Freitag die Immobilienentwicklungsgesellschaft Investa Real Estate mit Hauptsitz in Eschborn bei Frankfurt.

Pikant: Auch die landeseigene Anstalt Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) hatte sich um die ehemaligen Liegenschaften der HSH Nordbank mit dem denkmalgeschützten Hochhaus beworben, war mit einem Angebot von 42 Millionen Euro jedoch abgeblitzt.

Großes Dossier

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Büroflächen in Kiel wurden für die HCOB zu groß

Bereits im Dezember 2018, unmittelbar nach Bekanntgabe eines drastischen Stellenabbaus, hatte HCOB-Vorstandschef Stefan Ermisch verkündet, sich von der Kieler Zentrale trennen zu wollen. Für das Geldhaus, dessen Vorläufer – die Landesbank Kiel – am Standort einst mehr als 2000 Beschäftigte hatte, waren die Kieler Büroflächen zu groß geworden. Wie berichtet, hatte die Bank das Hochhaus im vergangenen Jahr geräumt und war mit dem größten Teil der verbliebenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ein kleineres Nachbargebäude umgezogen.

Nach jüngsten Plänen will die HCOB in Kiel langfristig nur wenig mehr als 200 Mitarbeiter beschäftigen. Doch komplett leer steht das Hochhaus derzeit nicht: Aktuell hat die unter Platznot leidende Investitionsbank Schleswig-Holstein dort als Übergangslösung Büroflächen angemietet.

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Infos zum Objekt

Das einstige Landesbank-Hochhaus war 1953 bis 1955 von den Architekten Hermkes, Sender und Zess aus Hamburg auf einem Grundstück zwischen Martensdamm, Küterstraße und Faulstraße errichtet worden. Architektonisch markant ist das 2004 sanierte Gebäude vor allem durch sein weit hinausragendes Flachdach.

Nach Angaben der Stadt hat sich der neue Eigentümer bereits gemeldet und um einen Termin bei Stadtbaurätin Doris Grondke gebeten. Erste Gespräche soll es im Februar geben. Bislang seien der Stadt konkrete Nutzungsideen nicht bekannt. Grondke betonte: „Vorrangiges Ziel der Stadt ist es, dass es an diesem markanten und für die Stadt wichtigen Ort keinen Leerstand gibt, sondern eine hochwertige Nachnutzung stattfindet.“ Da der neue Eigentümer direkt auf die Stadt zugekommen sei, sei man „diesbezüglich zuversichtlich.“

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Auf Nachfrage teilte das Unternehmen mit, man plane für das gesamte Portfolio in engem Kontakt mit der Stadt eine „gewerbliche Mischnutzung“ mit Flächen für Büros, möglicherweise einem Hotel sowie Erweiterungsmöglichkeiten für das Universitätsklinikum. Alle Gebäude seien in gutem Zustand, Sanierungsmaßnahmen seien aber erforderlich, um die „Zellenstruktur“ der Büroflächen aufzulösen und offene Räume für modernes Arbeiten zu schaffen. Zuvor werde man jedoch „ausführlich die Bedürfnisse des Kieler Marktes ausloten“.

Investa Real Estate entwickelt seit 45 Jahren Immobilienprojekte im ganzen Bundesgebiet. Eigentümer der Gesellschaft sind die Unternehmer Klaus Laminet und Rupprecht Rittweger. Über den Kaufpreis für die Kieler Immobilien haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Zu ihrer 42-Millionen-Offerte teilte die GMSH mit, man habe sich bei der Höhe des Angebots an den „Standards für die Wertermittlung von Landesliegenschaften“ orientiert. Nach Informationen der Kieler Nachrichten liegt die Kaufsumme deutlich über dem Landesgebot.

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