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Wirtschaft Ohne Investor hat Senvion keine Chance
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17:30 06.08.2019
Von Anne Holbach
Senvion hat wenig Zeit, um einen Investor zu finden. Quelle: Carsten Rehder
Kiel

Am Mittwoch trafen sich Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Wirtschaftsstaatssekretär Thilo Rohlfs mit Insolvenzverwaltern des Windanlagenbauers, Betriebsräten und Vertretern der IG Metall in Kiel. "Dabei ist allen klar geworden, dass es einen Investor braucht - ohne hat Senvion keine Chance", sagte Gewerkschaftssprecher Heiko Messerschmidt.

Bis Ende Juni muss eine Lösung her

"Die Situation ist mehr als angespannt. Die Zeitschiene ist sehr, sehr eng", sagte IG-Metall-Bezirksleiter Meinhard Geiken. "Wenn wir bis zum 30. Juni keine Lösung hinbekommen, werden alle Standorte betroffen sein von Entlassungen." Bis dahin sind die Gehälter der Mitarbeiter über Insolvenzgeld gesichert.

Im April hatte Senvion die Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Eine Woche später teilte das Unternehmen mit, einen Kreditvertrag über 100 Millionen Euro "mit seinen Kreditgebern und wesentlichen Anleihegläubigern" unterzeichnet zu haben. Das Geld war dringend nötig, um den Betrieb fortsetzen zu können.

Investorensuche unter großem Zeitdruck

Über diese kurzfristige Finanzierung hinaus ist das Unternehmen auf Investorensuche. Die Insolvenzverwalter hätten klargemacht, dass der Prozess laufe, so Messerschmidt. Im Raum stehe die Frage nach einer Brückenfinanzierung, sollte die Suche länger als Ende Juni dauern.

Landesinteresse: 1000 Arbeitsplätze erhalten

"Wir haben konstruktiv darüber gesprochen, was wir als Land tun können und unsere Unterstützung beim weiteren Verfahren angeboten", sagte Daniel Günther. "Das Land hat hohes Interesse daran, die Arbeitsplätze und auch Senvion als Ganzes zu erhalten." In Osterrönfeld und Büdelsdorf sind rund 1000 Menschen bei Senvion beschäftigt.

Landesbürgschaft im Gespräch

Landesbürgschaften könnten eine Rolle spielen, so Günther. "Der Sitz von Senvion ist aber in Hamburg. Wir sind deswegen nicht federführend für solche Dinge zuständig, sondern die Landesregierung dort. Wir befinden uns im ständigen Austausch."

Ein Gespräch in ähnlicher Besetzung fand schon in der Hansestadt statt und soll am Donnerstag in Bremen geführt werden.

Erste Folgeinsolvenzen entstehen

Die Senvion-Pleite wirkt sich bereits auf andere in der Branche aus: Die auf Bau und Wartung von Anlagen spezialisierte SSC Wind aus Wildeshausen (Niedersachsen) hat kürzlich Insolvenz angemeldet. Betroffen sind rund 100 Mitarbeiter.

Infolge der Senvion-Insolvenz kam es bei SSC Wind zu einem Ausfall von Forderungen. Zudem hatten Verzögerungen und Baustopps bei zwei großen Windpark-Projekten das Unternehmen belastet.

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