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Wirtschaft Die Stimmung wird schlechter
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22:53 07.02.2019
Von Anne Holbach
Ihre aktuelle Situation bezeichnete fast die Hälfte der Unternehmen (48,4 Prozent) als gut, vor allem die Industrie berichtet von einer guten Geschäftslage. Quelle: Bernd Wüstneck
Kiel

„Erstmals seit Ende 2016 überwogen die negativen Erwartungen“, sagte IHK-Präsidentin Kühn am Donnerstag. Nur rund 15 Prozent der befragten Betriebe rechnen für 2019 mit einer günstigen Geschäftsentwicklung. 67 Prozent hoffen auf ein befriedigendes oder gleichbleibendes Jahr, knapp 22 Prozent erwarten eine ungünstige Entwicklung.

„Der Brexit treibt uns alle um“, sagt Kühn. „Jeder würde sich gerne vorbereiten – das machen wir Deutschen ja gerne.“ Noch sei es aber ein Blick in die Glaskugel, wie sich der EU-Austritt Großbritanniens tatsächlich auswirke.

Brexit-Unsicherheit sorgte für Einbrüche im Außenhandel

Schon jetzt lasse sich aber beobachten, dass die Unklarheit in Sachen Brexit auf die Wirtschaft hierzulande durchschlägt: „Nach bisherigen Ergebnissen für das Jahr 2018 sind sowohl Exporte als auch Importe zwischen Schleswig-Holstein und Großbritannien um etwa 20 Prozent zurückgegangen“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Björn Ipsen.

Das Vereinigte Königreich war 2017 viertwichtigster Handelspartner, dorthin wurden Waren im Wert von rund 1,3 Milliarden Euro ausgeführt. Von der Insel kamen Produkte im Wert von 1,1 Milliarden Euro. Auch der schwelende Zollkonflikt zwischen China und den USA sorgt für Unsicherheit.

Größtes Risiko für die Entwicklung: Der Fachkräftemangel

Ihre aktuelle Situation bewerten 48 Prozent der Unternehmen im Land dennoch als gut – insbesondere in der Industrie und im Großhandel herrsche eine positive Stimmung. Auch in der Bauwirtschaft sprechen 58 Prozent der Unternehmen von einer guten Lage. Als größtes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung sehen die Unternehmen nach wie vor den Fachkräftemangel

Industrie will Personal aufbauen

Ein Viertel der Unternehmen will dieses Jahr neues Personal einstellen, dagegen planen nur 12 Prozent einen Jobabbau. Am besten sieht es im verarbeitenden Gewerbe aus: 35 Prozent der Betriebe haben hier die Absicht, mehr Mitarbeiter an Bord zu holen. Nur jeder Elfte plant Stellen zu reduzieren.

Auch bei über einem Drittel der unternehmensbezogenen Dienstleister soll die Belegschaft aufgestockt werden. Die Bauunternehmen im Land wollen ebenfalls weiter in Personal investieren. „Dort bremst der Fachkräftemangel aber weitere Einstellungen aus“, so Kühn.

Wo das Personal knapp ist, mache sich das lohnsteigernd bemerkbar: „Wenn die Nachfrage steigt, andern sich natürlich auch die Arbeitskosten“, sagte Ipsen. „Firmen müssen hier investieren, können das aber nicht direkt an die Kunden weitergeben.“

Lage im Einzelhandel schlecht

Ein negatives Bild zeigt sich im Verkehrsgewerbe, wo das Klima insgesamt nur zufriedenstellend blieb und die Beschäftigungsabsichten rückläufig sind. Erhöhte Preise für Beförderung und Logistik trübten die Laune.

Schlecht sieht es auch im Einzelhandel aus: 29 Prozent Betriebe bezeichneten ihre Geschäftslage als schlecht, über die Hälfte nannte sie nur befriedigend. Auch beim Ausblick auf das angebrochene Jahr überwogen die pessimistischen Rückmeldungen. „Die hohe Transparenz über Preise und Angebot im Onlinehandel drückt Margen und Umsatz im stationären Geschäft“, so Kühn. Und so wollen auch mehr Einzelhändler ihr Personal ab- statt aufbauen.

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