Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Wirtschaft „Die Kapazitäten in Kiel reichen nicht“
Nachrichten Wirtschaft „Die Kapazitäten in Kiel reichen nicht“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:50 06.01.2016
Von Ulrich Metschies
Mit der Fertigstellung des Fehmarnbelttunnels ist inzwischen nicht mehr vor 2027 zu rechnen. Vor der Genehmigung müssen mehr als 3000 Einwendungen vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein bearbeitet werden. Quelle: Femern A/S
Lübeck

Hauptgrund für immer neue Verzögerungen ist aus Sicht der Kammer das komplexe deutsche Planungsrecht mit seinen vielfältigen Anhörungspflichten, Eskalationsstufen und Klagemöglichkeiten. Im Fall des Jahrhundertprojektes einer festen Fehmarnbeltquerung sieht IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning die Schuld für das Schneckentempo bei der Umsetzung auch in Kiel: „Die Kapazitäten im Verkehrsministerium und dem Landesbetrieb Straßenbau reichen einfach nicht aus, um die Menge der Einwendungen zügig zu bearbeiten.“ Hier müsse personell dringend Abhilfe geschaffen werden. Das jedoch ist gar nicht so leicht, weil die entsprechenden Fachkräfte knapp sind und sich im Zweifel auch für einen besser bezahlten Job in der freien Wirtschaft entscheiden.

 Wie berichtet, müssen die Behörden bei der Planung des 19 Kilometer langen Absenktunnels zwischen Puttgarden und dem dänischen Rødby mehr als 3100 Einwendungen bearbeiten. Ob der auf dänischer Seite n sehnlich erwartete Planfeststellungsbeschluss noch in diesem Jahr kommt, ist fraglich. Ursprünglich sollte das Milliarden-Projekt 2021 fertig sein, nun ist bereits von 2027 die Rede. Und selbst dieses Datum könnte sich als Makulatur erweisen, da eine Genehmigung von Umwelt- und Naturschutzorganisationen beklagt werden dürfte. Schöning: „Unser Verbandsklagerecht kann ein so wichtiges Infrastrukturprojekt schon erheblich bremsen.“

Lückenhafte Flächenversorgung mit Breitband-Internet-Anschlüssen

 Eher in Moll gestimmt ist die Lübecker Kammer auch, was die Süd-Anbindung der Region angeht. Zwar wurde das Projekt einer östlichen Elbquerung bei Geesthacht in den Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplanes aufgenommen. Dies jedoch hilft solange nichts, wie die Verlängerung der A21 von Bargteheide über Geesthacht bis zur A7 keinen Platz im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegplans findet.

 Ein großes Defizit sieht die Kammer nach wie vor in der lückenhaften Flächenversorgung mit Breitband-Internet-Anschlüssen. „Mit dem Trend zur Industrie 4.0 wächst der digitale Kommunikationsbedarf erheblich – wir müssen aufpassen, dass uns da kein Standortnachteil erwächst“, warnt Schöning. Und auch bei diesem Thema ist die Wirtschaft mit der Arbeit in Kiel nur begrenzt zufrieden: „Die Glasfaserstrategie der Landesregierung ist richtig, aber es muss einfach schneller vorangehen.“

 Zunehmend besorgt zeigt sich die IHK Lübeck über die in vielen Betrieben des Landes nicht gelöste Nachfolgefrage. In den kommenden zehn Jahren steht in rund 3500 Unternehmen mit 220000 Mitarbeitern ein Generationswechsel an. Doch einer Umfrage zufolge haben sich mehr als 50 Prozent der Senior-Chefs mit der Problematik noch nicht beschäftigt.

Es geht weiter abwärts am Aktienmarkt. Nach dem Kursrutsch vom Montag haben viele Anleger das Vertrauen verloren. Vor allem die Entwicklung der für den deutschen Export wichtigen chinesischen Wirtschaft bereitet Anlass zur Sorge.

Deutsche Presse-Agentur dpa 07.01.2016

In der Vergangenenheit wurde immer wieder über Probleme beim iPhone-Absatz spekuliert, doch am Ende ging es für Apple aufwärts. Könnten die Gerüchte auch wegen der schwierigen Wirtschaftslage in China eine solidere Grundlage haben?

Deutsche Presse-Agentur dpa 06.01.2016

So sieht der Albtraum von Firmenchefs aus: Ein neues Produkt wird vorgestellt und die Aktie stürzt ab. Beim Fitness-Spezialisten Fitbit ist nach der Ankündigung einer Computer-Uhr ein Fünftel des Firmenwerts weg. Investoren zweifeln an der Geschäftsstrategie.

Deutsche Presse-Agentur dpa 06.01.2016