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Wirtschaft Spannungen belasten Handel mit Türkei
Nachrichten Wirtschaft Spannungen belasten Handel mit Türkei
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17:35 11.08.2017
Von Jan von Schmidt-Phiseldeck
Die deutsche Wirtschaft muss sich auf deutlich höhere Risiken für Geschäfte mit der Türkei und Investitionen in dem Land einstellen. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
Kiel

Befragt wurden demnach 120 zufällig ausgewählte Unternehmen, die Geschäfte mit der Türkei machen. „Die Umfrageergebnisse zeigen, dass etwa die Hälfte der befragten Unternehmen bereits Auswirkungen auf ihre Geschäfte spüren“, sagt Werner Koopmann, IHK-Außenwirtschaftsexperte. Die befragten Firmen würden ihre künftigen Umsatzerwartungen „in der Tendenz eher negativ“ einschätzen.

So würden etwa ein Fünftel der befragten Firmen von einer „allgemeinen Zurückhaltung bei den türkischen Geschäftspartnern“ sprechen, sagte Koopmann. Verzögerungen bei der Zollabwicklung, aufwendigere Prozesse bei der Auftragsabwicklung und in Einzelfällen sogar Auftragsstornierungen habe bereits mehr als jedes zehnte befragte Unternehmen erlebt.

„Im Einzelfall können sich daraus Konsequenzen ergeben, die für betroffene Betriebe erheblich sein können“, betont der Außenhandelsexperte. Das zeige sich bei den Umsatzerwartungen: Gemessen an den Vorjahresergebnissen kalkuliere etwa ein Viertel der Befragten einen Rückgang von mehr als zehn Prozent im Handel mit Partnern in der Türkei ein. Für die wirtschaftliche Kraft der meisten Unternehmen sei dies allerdings nur in wenigen Fällen relevant: Bei 90 Prozent der Befragten erreiche das Türkeigeschäft nur einen Anteil von maximal drei Prozent des Gesamtumsatzes. „Deshalb erwarten wir keine wesentlichen Einschnitte bei den Gesamtausfuhren aus Schleswig-Holstein.“

Dennoch würden viele Betriebe im Norden nach Antworten suchen, wie sich Handel in der aktuellen Lage mit der Türkei darstellen ließe. Dazu würde, so Koopmann, eine „noch intensivere Pflege“ von Kontakten und Lieferanten in der Türkei gehören – verbunden mit der Hoffnung auf eine zukünftig verbesserte politische Lage. Allerdings würden Unternehmen auch verstärkt darauf achten, wer für sie in der Türkei arbeitet, gleichzeitig würden einige Firmen ihre geplante Teilnahme an Messen in der Türkei überdenken. Insgesamt beobachten die drei Kammern im Norden in den vergangenen Monaten verstärkten Beratungsbedarf zu Export- oder Importangelegenheiten mit der Türkei.

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