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Wirtschaft IfW-Prognose für 2010: Es ist Wachstum in Sicht
Nachrichten Wirtschaft IfW-Prognose für 2010: Es ist Wachstum in Sicht
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19:54 11.06.2009
Kiel/Frankfurt

Die gute Nachricht vorweg: Es ist Wachstum in Sicht. Dies jedenfalls stellt die Donnerstag vorgestellte IfW-Konjunkturprognose für Deutschland 2010 in Aussicht. Mit einem „sehr moderaten“ Zuwachs der gesamtwirtschaftlichen Produktion von 0,4 Prozent rechnen die Kieler Experten nunmehr für 2010 und geben sich damit etwas optimistischer als noch bei ihrer jüngsten Vorhersage im März. Damals war man von einem Rückgang um 0,1 Prozent ausgegangen.Deutlich pessimistischer fällt dagegen die Prognose für das laufende Jahr aus: Um satte 6 Prozent dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt nach aktuellen Berechnungen sinken. Im Frühjahr hatte das Institut lediglich einen Rückgang um 3,7 Prozent erwartet. Zur Begründung verwiesen die Wirtschaftsforscher auf das Produktionsniveau, das im ersten Quartal spürbar niedriger gewesen sei, als damals angenommen.Dennoch hat sich nach IfW-Ansicht die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland inzwischen annähernd stabilisiert. „Der freie Fall in der Produktion konnte im Mai und Anfang Juni gestoppt werden“, sagt Carsten-Patrick Meier von Kiel Economics, der in Kooperation mit dem IfW die aktuelle Prognose erstellte. Um zugleich zu warnen: „Die Rezession ist noch nicht vorbei.“Einiges spreche nach Meinung der Experten für die Stabilisierung der Konjunktur im laufenden Jahr: So habe sich die weltweite Finanzkrise insgesamt entspannt, die Geschäftserwartungen der Unternehmen seien weniger negativ und die Nachfrage nach Rohstoffen sogar leicht gestiegen. Vom Ausland dürften daher kaum noch negative Impulse auf die deutsche Wirtschaft ausgehen. Die Europäische Zentralbank erwartet laut jüngstem Monatsbericht von Mitte 2010 an wieder positive Wachstumsraten im Euro-Raum. Nach einem „extrem schwachen“ ersten Quartal werde die Wirtschaftstätigkeit im weiteren Verlauf des Jahres 2009 weitaus weniger negativ ausfallen, hieß es gestern.Auch die Konjunkturpakte könnten weiterhin könnten durchaus nachhaltig zur Stützung der Konjunktur beigetragen. Dies betrifft besonders öffentliche Bauinvestitionen. Dagegen werden die Impulse durch die Abwrackprämie auslaufen. Wie sich der Konsum entwickelt, hängt nach Angaben des IfW von der Lage auf dem Arbeitsmarkt ab. Von Arbeitslosigkeit betroffene Haushalte dürften ihre Konsumausgaben deutlich zurückfahren. Die Experten erwarten auch 2010 Preisstabilität.Dann dürfte sich die Konjunktur insgesamt allmählich erholen, vorausgesetzt, die Lage im Bankensektor verschärft sich nicht erneut. Das Institut wies darauf hin, dass sich der Bedarf, Abschreibungen vorzunehmen, im Verlauf der Rezession noch vergrößert, zumal die Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigen dürfte.Die schlechte Nachricht zum Schluss: Das IfW rechnet für den Herbst mit einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 300 000 auf dann 3,6 Millionen. 2010 erwartet das Institut nochmals eine Zunahme um 800 000. Insgesamt werden dann 4,365 Millionen Arbeitslose erwartet.

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