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Wirtschaft Norddeutsche haben Angst vor Verarmung
Nachrichten Wirtschaft Norddeutsche haben Angst vor Verarmung
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20:10 27.11.2019
Von Anne Holbach
Wer seinen Job verliert, fürchtet sich vor Verarmung. Quelle: Stephanie Pilick
Kiel/Berlin.

Damit liegen die beiden Nord-Länder über dem Bundesschnitt von 28 Prozent. Am wenigsten Sorge vor der Verarmung nach einem Jobverlust haben die Bremer.

Dabei ist in dem Stadtstaat nach Zahlen des Bundesamts für Statistik die Armutsgefährdungsquote mit 22,7 Prozent bundesweit am höchsten. Schleswig-Holstein gehört mit 15,3 Prozent dagegen zu den vier Ländern mit dem geringsten Armutsrisiko.

Mehr als ein Viertel der Schleswig-Holsteiner erwartet zudem, dass wichtige Lebensziele nicht mehr für sie erreichbar wären, sollten sie ihren Arbeitsplatz verlieren.

Keine Angst vor Einsamkeit

Vor Vereinsamung fürchten sich dagegen nur 5,5 Prozent. Zum Vergleich: In Bayern oder Thüringen liegt der Wert mehr als doppelt so hoch. Auch um den Verlust der Anerkennung bangt kaum ein Schleswig-Holsteiner. 

Über die Hälfte der Befragten aller Altersgruppen in Deutschland befürchten laut der Umfrage Jobverluste und halten Versicherungen für den Fall einer Berufsunfähigkeit für wichtig. „Erkenntnisse und Handeln klaffen bei vielen Berufstätigen aber weit auseinander“, sagt Patrick Dahmen aus dem HDI-Vorstand. In der Praxis besäßen nur wenige eine solche Absicherung. 

Zeitdruck und nervige Kollegen sorgen für Stress

Die Versicherer haben die Angestellten und Freiberufler zudem gefragt, was sie im Arbeitsalltag am meisten belastet. Bei vier von zehn der Befragten lautete die Antwort: Zeitdruck. In Schleswig-Holstein sorgen außerdem nervige Kollegen (22 Prozent) und Überforderung (19,4) für Stress im Berufsleben.

Zugleich sprechen hier aber auch elf Prozent von Unterforderung, dieser Wert ist so hoch wie in keinem anderen Bundesland. 

Anders als in den Nachbarländern Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen, wo jeder Fünfte die mangelnde Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben nannte, sagen das nur 13,4 Prozent der Schleswig-Holsteiner.

„Nirgendwo sonst geben die Befragten dies seltener als Belastung an. Das ist ein gutes Zeichen“, sagt der Sprecher des Kieler Sozialministeriums. Mit der Kita-Reform wolle das Land die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter stärken. 

Schleswig-Holsteiner haben Lust auf Neues

Den digitalen Wandel empfinden nur knapp fünf Prozent der Schleswig-Holsteiner als belastend. Der Bundesschnitt liegt einen Prozentpunkt höher.

Ohnehin mögen die Berufstätigen hierzulande Abwechslung. Weil sie Lust auf etwas Neues hatten, haben knapp die Hälfte der Schleswig-Holsteiner ihren ursprünglich erlernten Beruf aufgegeben und den Job gewechselt. Der Bundesschnitt liegt bei 39 Prozent.

Das mag auch damit zusammenhängen, dass hier knapp Dreiviertel der Befragten ihre Stelle nicht nach Interessen und Neigung ausgewählt haben.

Gehalt spielt bei der Jobsuche nicht die größte Rolle

Während sich 33 Prozent der Bayern bei der Wahl des Berufs an guten Verdienstchancen orientieren, schauen in Schleswig-Holstein nur 22,7 Prozent aufs Geld. Nur den Thüringern und den Baden-Württembergern war das Gehalt bei der Berufswahl noch unwichtiger. 

Umziehen für den Job? Für zwei von drei Berufstätigen ist das laut einer Umfrage keine Option. Vergleichsweise flexibel sind Hessen und Hamburger - im Gegensatz zu Sachsen.

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