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Wirtschaft Kengeter tritt zurück
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15:23 26.10.2017
Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter. Quelle: dpa
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Frankfurt

Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter verlässt zum 31. Dezember 2017 das Unternehmen. „Der Aufsichtsrat hat den Rücktritt mit großem Bedauern akzeptiert“, teilte das Unternehmen nach einer Krisensitzung des Kontrollgremiums am Donnerstag mit. Wer Kengeters Nachfolger werden soll, werde „in Kürze“ bekanntgegeben. Kengeter werde den Dax-Konzern solange weiter führen und habe dafür „das volle Vertrauen des Aufsichtsrats“.

Gegen Kengeter wird seit Februar wegen Insiderhandels ermittelt. Der Deutsche-Börse-Chef hatte im Rahmen eines speziell für ihn geschnürten Vergütungsprogramm Mitte Dezember 2015 für 4,5 Millionen Euro Deutsche-Börse-Aktien gekauft, die er nicht vor Ende 2019 veräußern darf. Der Konzern packte 69 000 weitere Anteilsscheine drauf. Gut zwei Monate nach dem Aktiengeschäft machten Deutsche Börse und London Stock Exchange (LSE) ihre – inzwischen gescheiterten – Fusionspläne öffentlich, was die Kurse trieb.

Wusste Kengeter vorher von den Fusionsplänen?

Die Ermittler werfen Kengeter vor, schon im Sommer 2015 mit der LSE-Führung Gespräche über einen Zusammenschluss geführt und das lukrative Geschäft in diesem Wissen getätigt zu haben. Aufsichtsrat, Vorstand und Kengeter persönlich wiesen die Vorwürfe zurück.

Gleichwohl verständigte sich der Konzern mit der Staatsanwaltschaft auf eine Einstellung gegen Geldauflagen, um das Verfahren aus der Welt zu schaffen: Die Deutsche Börse hätte 10,5 Millionen Euro zahlen müssen, Kengeter 500 000 Euro. Doch das Frankfurter Amtsgericht stimmte nicht zu: Angesichts der Bedeutung des Falls sei eine Einstellung nicht angemessen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt daher weiter, zudem wollen auch die Finanzaufsicht Bafin und die hessische Börsenaufsicht den Fall noch genauer unter die Lupe nehmen.

Von dpa/RND