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Wirtschaft Kiel: Fotos für alle Zukunft bewahren
Nachrichten Wirtschaft Kiel: Fotos für alle Zukunft bewahren
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07:00 07.08.2015
Von Thomas Paterjey
Wirtschaftsstaatssekretär Frank Nägele (re.) ließ sich von Firmengründer Karl-Heinz Zahorsky zeigen, wie Kultureinrichtungen mit der in Kiel entwickelten Software ihre analogen Foto- und Dia-Sammlungen für das digitale Zeitalter aufbereiten können. Quelle: Volker Rebehn
Kiel

Nicht nur im Laufe der Jahre einsetzende chemische Reaktionen sind eine Gefahr für alte Fotos und Dias. Auch Katastrophen können historische Aufnahmen unwiederbringlich zerstören. „Der Brand der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar und der Einsturz des Kölner Stadtarchivs haben viele wachgerüttelt“, sagt Marketingdirektor Philipp Haarländer. „Es hat sich ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass man die Kulturschätze nur dann wird dauerhaft bewahren können, wenn sie digitalisiert werden.“

 Die Weimarer Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek hat seit dem verheerenden Brand 2004 großes Fachwissen in der Restaurierung und Digitalisierung von stark beschädigten Beständen entwickelt. Google ist mit seiner Technik Marktführer, was das Einscannen von Büchern angeht. Bei der Aufarbeitung von Bildmaterial setzt die Bibliothek aber auf die Software SilverFast der Kieler Firma.

 Zum Kundenkreis zählen auch international renommierte Häuser wie das Metropolitan Museum of Art in New York. Im Norden verwenden unter anderem die Universitäten in Kiel, Lübeck und Hamburg die Software. So begrenzt ist der Markt für ein Programm zur Digitalisierung von Bildern gar nicht: Allein in Deutschland beschäftigen sich derzeit die rund 30000 Archive, Bibliotheken und Museen mit dem Thema, da sie Teil des Projekts Deutsche Digitale Bibliothek sind. „Im Netz können sie ihre Schätze einer noch breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen“, betont Haarländer. Unternehmensgründer und Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Zahorsky ist besonders zufrieden, dass die zur „Archive Suite“ ausgebaute Version des Scan-Programms nahezu resistent gegen Bedienfehler ist. „Sie ist im Prinzip idiotensicher.“ Weiterer Clou: Anders als in Standard-Programmen bleibt bei der SilverFast-Archivierung stets die Originaldatei erhalten, auf der alle Spuren der Zeit dokumentiert sind – auch wenn die Software bereits während des Scanvorgangs eine farblich-optimierte und aufgehellte Version erstellen kann. Mit den Worten „non-destruktiv“ wird diese Eigenschaft beschrieben, die bei einem Update zu Beginn des Jahres eingeführt wurde.

 Ebenfalls neu ist, dass alle Vorgänge nach Angaben von Produktmanager Jan-Willem Rossee inzwischen mit einer App auf dem iPhone gesteuert werden können. Hintergrund: „Im Zeitalter von Smartphones und Tablet-PC verändern sich die Arbeitsabläufe, sie unterscheiden sich von denen auf der altbekannten Desktop-Oberfläche.“ Die Kosten für die Scansoftware liegen bei knapp 50 Euro, bis zu 500 Euro kostet die Erweiterung zur Archivierung. LaserSoft Imaging vertreibt beides auch in einem Paket mit Hardware und Schulungen.

 Für Wirtschaftsstaatssekretär Frank Nägele hat das Kieler Unternehmen Vorbildcharakter: „Karl-Heinz Zahorsky und sein Team zeigen, welches Potenzial im Land steckt“, sagte er jüngst bei einem Besuch in der Düsternbrooker Firmenzentrale. „Das ist die Qualität des ,echten Nordens’.“ Außerdem verwies er darauf, dass die Politik die Entwicklung von LaserSoft Imaging mehrfach gefördert habe, unter anderem mit Innovationsberatern.

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