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06:00 27.07.2019
Von Frank Behling
Der bald 50 Jahre alte Marinetanker „Spessart“ soll 2024 durch einen Neubau ersetzt, der etwas größere Nachfolger ebenfalls in Kiel stationiert werden. Quelle: FB
Kiel/Berlin

„Die Auswahlentscheidung ist getroffen. Es geht voran“, schrieb Vizeadmiral Andreas Krause auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Die Neubauten sollen ab 2024 in Kiel und Wilhelmshaven stationiert werden. Der Admiral hatte in der Vergangenheit mehrfach auf den schlechten Zustand seiner fast 50 Jahre alten Tanker hingewiesen.

Der neue Tanker soll ab 2024 in Kiel stationiert werden

Jetzt wurden seine Mahnungen erhört. Der Generalinspekteur der Bundeswehr hat in dieser Woche sein Einverständnis für die Anschaffung der neuen Tanker gegeben. Das Auftragsvolumen für die Neubauten soll im mittleren dreistelligen Millionen-Bereich liegen. Nach der Projektphase soll es ab 2021/22 eine Ausschreibung für die deutschen Werften geben. Die Indienststellung ist für 2024 geplant. Der Auftrag bietet den deutschen Werften eine reelle Zukunftsperspektive.

Doppelhüllentanker: 170 Meter lang und Platz für 15000 Kubikmeter Kraftstoff

Nach dem Ausbruch der Schifffahrtskrise 2008 wurden bei deutschen Werften keine großen Tankschiffe mehr auf Kiel gelegt. „Da der Überwasserschiffbau jetzt auch nationale Schlüsseltechnologie ist, gehe ich davon aus, dass diese Schiffe in Deutschland gebaut werden“, sagt Ingo Gädechens, CDU-Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Verteidigungsausschuss. Mit einem solchen Auftrag der Bundeswehr könnten deutsche Werften auch ihr Know-how im Tankerbau erweitern.

Wie Fregattenkapitän Carsten Poll vom Marinekommando auf Anfrage bestätigte, sollen die beiden Neubauten der Typenklasse 707 rund 170 Meter lang werden und 20000 Tonnen verdrängen. Die Ladetanks der Neubauten sollen ein Fassungsvermögen von 15000 Kubikmetern Kraftstoff haben. Die alten Tanker sind 130 Meter lang und können nur knapp 11500 Kubikmeter Kraftstoff aufnehmen. Neben normalem Marinediesel wird es auch Tanks für Flugzeugtreibstoff geben, damit die Tanker auch Schiffe mit Flugzeugen und Hubschraubern an Bord versorgen können. An Bord wird außerdem Platz für 20 Container mit Ausrüstung für Flottenverbände in allen Klimazonen der Welt sein.

Kiel: Alte Tanker haben ausgedient

Die beiden alten Tanker wurden 1974 und 1975 auf der Kröger Werft in Schacht-Audorf bei Rendsburg gebaut. Seit 2008 mussten pro Schiff bereits über 20 Millionen Euro für Sanierungen und Anpassungen an neue Vorschriften investiert werden. Um solche Kosten zu vermeiden, hatte der damalige Befehlshaber der Marine, Vizeadmiral Hans-Joachim Stricker, bereits 2006 beim Haushaltsplaner des Verteidigungsministerium um die Anschaffung von zwei neuen Tankern gebeten.

Der Hintergrund: Seit dem 1. Januar 2015 ist weltweit jeglicher Transport von Öl in Einhüllen-Tankschiffen über See verboten. Auch viele Häfen haben inzwischen Einlaufverbote verhängt. „Da Deutschland die Tanker-Fähigkeit der Nato gemeldet hat, brauchen wir auch derartige Schiffe in der Marine, die auch alle Häfen anlaufen können“, so Gädechens.

Bedarf an Tankern nimmt zu

Da die Marine-Aktivitäten international wieder zunehmen, steigt der Bedarf an Tankern. Die beiden vorhandenen Schiffe sind seit Juni jedoch nicht mehr fahrbereit. Die „Spessart“ liegt zur Überholung in einer Werft an der Weser, die „Rhön“ in Wilhelmshaven im Marinearsenal. Sie ist nach einem schweren Unfall mit einem Rettungsboot im Juni noch nicht wieder einsatzbereit.

Vor der Entscheidung des Generalinspekteurs wurde auch der Kauf von zwei zivilen Serientankern als schnellere Alternative geprüft. Dabei wurde allerdings die geforderte Geschwindigkeit von 20 Knoten zum Problem, wie Marinesprecher Poll bestätigte. Zivile Öltanker sind in der Regel zwischen 14 und 16 Knoten schnell.

Wo gebaut wird, ist noch ungewiss

Wo die Neubauten entstehen werden, ist noch nicht entschieden. Großbritannien und Norwegen hatten ihre Neubauten in Korea bauen lassen. Beim Neubau der deutschen Tanker soll die Planung so zügig wie möglich erfolgen. „Die Marine unterstützt das BAAINBw massiv mit Personal“, so Krause. Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) ist für die Planung, Ausschreibung und Bauüberwachung der Schiffe zuständig. Da Deutschland der Nato die Tanker-Fähigkeit der Nato gemeldet hat, brauchen wir auch derartige Schiffe

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