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Wirtschaft "Der Bitcoin ist nicht massentauglich"
Nachrichten Wirtschaft "Der Bitcoin ist nicht massentauglich"
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08:00 02.08.2018
Von Ulrich Metschies
Zieht Zocker magisch an: die Cyberwährung Bitcoin. Als Münze ist sie vor allem für Sammler interessant. Quelle: imago/Markus Gann
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Kiel

Den Bitcoin, so wie er heute ausgestaltet ist, stufen die Autorinnen und Autoren um den Geldpolitikexperten Salomon Fiedler als als „nicht massentauglich“ ein. Denn das Konzept der Kryptowährungen erzwingt mit steigender Nutzung zunehmend energieintensive Rechenoperationen und führt zu teilweise hohem Zeitbedarf für Transaktionen.

Technisch sind Kryptowährungen noch unzulänglich

„Über Bitcoins könnte auch nicht ansatzweise das Volumen und die Geschwindigkeit des internationalen Zahlungsverkehrs abgebildet werden“, sagt Fiedler. Dies allerdings könne sich ändern, wenn es im Zuge der weiter anhaltenden Entwicklertätigkeit gelinge, die technischen Unzulänglichkeiten heutiger Kryptowährungen zu überwinden. 

Auch Wertschwankungen sprechen gegen den Erfolg

Was Zocker an Kryptowährungen so spannend finden, ist gleichzeitig für ein Zahlungsmittel ein gravierender Nachteil: die massiven Wertschwankungen. In einer wahnwitzigen Kursrallye war der Bitcoin im vergangenen Jahr auf einen Wert von fast 17000 Euro gestiegen, doch seitdem ging es dramatisch abwärts, auf aktuell deutlich unter 7000 Euro. Das Problem: Kryptowährungen können nicht auf einen fundamentalen Gegenwert zurückgeführt werden. Sie werden vor allem aus spekulativen Gründen gekauft. Wegen des geringen Handelsvolumens und der geringen Zahl von Akteuren führen schon kleine Änderungen bei Angebot und Nachfrage zu schwindelerregenden Kursschwankungen. 

Hinzu kommt: Nach wie vor gibt es kein abgeschlossenes Regelwerk für Kryptowährungen. Dessen Formulierung wird nach Einschätzung Fiedlers auch dadurch erschwert, dass Bitcoin, Ether, Litecoin und andere Cyberwährungen sowohl als Zahlungsmittel als auch als Wertgegenstand Verwendung finden. Und so spricht Fiedler von „deutlichen Hinweisen darauf, dass auf Kryptobörsen die Preisbildung manipuliert wurde, etwa durch Scheinorders oder Handelsbots.“