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Wirtschaft German Naval Yards: Wir wollen den Wettbewerb gewinnen
Nachrichten Wirtschaft German Naval Yards: Wir wollen den Wettbewerb gewinnen
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11:00 21.11.2019
Von Frank Behling
Für German-Naval-Yards-Geschäftsführer Jörg Herwig spielt vor allem die sicherheits- und industriepolitische Bedeutung des Projekts eine große Rolle. Quelle: Frank Behling

Herr Herwig, beim MKS 180 steigt die Spannung. Wie groß ist Ihre Hoffnung als Sieger aus dem Rennen zu gehen?

Jörg Herwig: Mit dem Prinzip Hoffnung kann ich als Schiffbauer wenig anfangen. Wir als German Naval Yards sind in der Lage, gemeinsam mit unseren deutschen Partnern ein technologisch komplexes Schiff wie das MKS 180 zu bauen. Daher lautet unsere klare Botschaft: Wir wollen den MKS 180-Wettbewerb gewinnen und das milliardenschwere Projekt nach Deutschland holen.

Das Vorhaben ist von großer sicherheitspolitischer und industriepolitischer Bedeutung. Und Deutschland braucht einen Marineschiffbau, der international wettbewerbsfähig ist. Und schließlich benötigen wir aus geostrategischen Gründen Werften an Nord- und Ostsee. MKS 180 ist also aus vielerlei Hinsicht ein Schlüsselprojekt für Deutschland.

Lesen Sie auch: MKS 180 - Kieler Werften droht Auftragsverlust

Wie viel Arbeit hat die Kieler Werft in dieses Verfahren bislang investiert?

Zeitweise waren über 100 Mitarbeiter alleine bei uns auf der Werft mit dem Projekt gleichzeitig befasst. Hinzu kommen die vielen Partnerunternehmen, mit denen wir in der Angebotsphase intensiv zusammengearbeitet haben. Um das bestmögliche Angebot abgeben zu können, haben wir zudem Thyssen Krupp Marine Systems (TKMS) als Unterauftragnehmer eingebunden.

Dieser Zusammenschluss stellt sicher, dass wir über das beste Ingenieurwissen in Deutschland verfügen. Wir sind bestens vorbereitet und bereit, das modernste Überwasserschiff in der Geschichte der Deutschen Marine zu bauen.

Welche Auswirkungen hätte der Auftrag auf den Schiffbaustandort Kiel?

Es greift viel zu kurz, nur auf Kiel zu schauen. Zweifellos wird die Stadt von dem Auftrag enorm profitieren, weil German Naval Yards hier heimisch ist und zahlreiche neue Jobs schaffen wird. Viel wichtiger ist jedoch die Tatsache, dass von dem MKS 180 ein Schub für den ganzen Marineschiffbau ausgehen kann: Der hiesige Überwasserschiffbau leidet darunter, dass es über Jahre kaum Aufträge aus Deutschland gegeben hat. Im Falle des MKS 180 finden ungefähr 70 Prozent der Wertschöpfung außerhalb der Werft statt. Wir als German Naval Yards werden mehr als 200 Partner aus allen Bundesländern in das Projekt einbinden.

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Verzögerungen bei Neubauten für die deutsche Marine. Welche Sicherheit hat die Marine, beim Projekt MKS 180 die Schiffe im Zeitplan und mit den geforderten Fähigkeiten zu erhalten?

Ganz einfach: Wir als German Naval Yards haben in jüngster Vergangenheit bewiesen, dass wir technologisch komplexe Schiffe im Zeit- und Kostenrahmen abliefern können. Dazu zählt etwa, dass wir im Unterauftrag für Thyssen Krupp Marine Systems zwei moderne Meko A-200 Fregatten für die algerische Marine in einer Rekordzeit von 44 Monaten gebaut haben.

Es spricht überdies für unsere Leistungsfähigkeit, dass wir mit TKMS vier Korvetten für die israelische Marine bauen dürfen. Wir sind zudem Teil der Arbeitsgemeinschaft Korvette 130, die wir gemeinsam mit Thyssen Krupp Marine Systems und Lürssen für die Bundeswehr bauen. Auf solche Partnerschaften und Kooperationen innerhalb Deutschlands setzen wir auch bei der MKS 180. Das sind die Fakten.

Welche Folgen hätte es für den Werftstandort Deutschland, wenn der Auftrag letztlich an den niederländischen Wettbewerber Damen geht?

MKS 180 ist militärisch gesehen eine Hochleistungsfregatte. Durch eine Vergabe dieses Schiffstyps an die Niederlande würde Deutschland beim Fregattenbau automatisch zurückgeworfen. Denn ohne MKS 180 wäre die Fregatte 125 das letzte Großschiff, welches in Deutschland komplett entwickelt und gebaut wurde. Diese Generation von Schiffen basiert auf einem Design, das nun schon einige Jahre alt ist.

Das bedeutet für Deutschland: Wir müssen mit der technologischen Entwicklung unbedingt Schritt halten! Nur so werden wir unserem Anspruch gerecht, eine Führungsmacht in Europa und im Bündnis zu sein! Die Pläne der Bundesregierung, den Überwasserschiffbau zur nationalen Schlüsseltechnologie zu erklären, unterstreichen genau dies!

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