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Wirtschaft Forscher entwickeln bequeme Kontaktlinse
Nachrichten Wirtschaft Forscher entwickeln bequeme Kontaktlinse
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14:06 14.01.2019
Von Christin Jahns
Foto: Norddeutsche Forscher wollen eine bequeme, hochwertige und formstabile Kontaktlinse entwickeln.
Norddeutsche Forscher wollen eine bequeme, hochwertige und formstabile Kontaktlinse entwickeln. Quelle: fpr: Frank Peter
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Kiel

Die Polymerschicht ist mit bloßem Auge kaum zu erkennen, aber für Kontaktlinsenträger können die chemischen Molekülketten mit einer Größe von nur wenigen Hundert Nanometern die Welt bedeuten.

„Harte Linsen sind für den Träger bislang unbequemer und mühsamer als Tageslinsen aus Gel“, erklärt Roland Fromme vom Kontaktlinsenhersteller Wöhlk aus Schönkirchen. Dieser Nachteil hat zur Folge, dass gerade einmal sechs bis acht Prozent der Kontaktlinsenträger die härteren Jahreslinsen nutzen, obwohl diese eigentlich umweltfreundlicher sind und aufgrund ihrer Maßanfertigung auch bei komplizierteren Augenerkrankungen wie Hornhautverkrümmungen infrage kommen. „Unsere neue Beschichtung sorgt dafür, dass die Linse besser mit Tränenflüssigkeit benetzt wird und für den Träger so weicher erscheint“, erklärt Professor Mohammed Es-Souni.

Die Beschichtung macht den Unterschied

Was mit bloßem Auge kaum zu erkennen ist, wird im Labor sichtbar: Während ein Wassertropfen an herkömmlichen Linsen einfach abperlt, verläuft er auf der beschichteten Linse. „Je besser das Wasser sich verteilt, desto angenehmer liegt die Linse im Auge“, erklärt Es-Souni. Und das ist noch nicht alles: Die anspruchsvolle Polymerbeschichtung wirke zudem bakterienabweisend. Dadurch werde auch die Pflege der Linse leichter. „Die Tests zeigen, dass die Beschichtung nach nur einem Drittel der dreijährigen Projektlaufzeit bereits funktioniert.“

Diverse Untersuchungen sind notwendig

Damit der bequeme „Maßanzug fürs Auge“ schon bald auf den Markt kommen kann, müssen in den verbleibenden zwei Jahren des Projekts, das vom Landesprogramm Wirtschaft gefördert wird, allerdings noch diverse biologische und chemische Untersuchungen vorgenommen werden. Erst dann darf die Linse am Auge potenzieller Träger getestet werden. „Die neue Norm für Medizinprodukte von 2017 könnte uns hier noch einen Strich durch den Zeitplan machen“, sagt Roland Fromme. So seien die klinischen Tests bei formstabilen Linsen nicht nur teuer, sondern auch langwierig, da sie sich an der durchschnittlichen Tragedauer orientieren.

Experimente sind vielversprechend

Erste Tests zeigen, dass das Vorhaben in der Praxis funktionieren kann. So weisen die beschichteten Linsen nach mehrmonatiger Lagerung und ersten Pflegetests unter extremen Umständen keine Verformungen, Eintrübungen oder sonstige Veränderungen auf. „Das ist die Mindestanforderung“, so Es-Souni. „Wichtiger ist, dass aus der Beschichtung keine Bestandteile ins Auge gelangen können.“