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Wirtschaft Bahn sucht im Norden 3000 Mitarbeiter
Nachrichten Wirtschaft Bahn sucht im Norden 3000 Mitarbeiter
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10:00 07.02.2019
Von Ulrich Metschies
Dringend gesucht: neue Lokführer. Doch auch in anderen Bereichen will die Bahn ihr Personal deutlich aufstocken.  Quelle: Jan Woitas
Kiel

Allein rund 1800 Kräfte werden gebraucht, um freie Stellen zu besetzen, 1200 Arbeitsplätze entstehen neu – rund 140 davon in Schleswig-Holstein.

Mit der Einstellungswelle reagiert der bundeseigene Konzern auf massive Kritik von Politik und Fahrgastverbänden. Vor allem Verspätungen und Ausfälle, verschmutzte Züge und eine häufig kundenunfreundliche Informationspolitik verärgern die Kunden. Zuletzt hatte sich das Unternehmen beim Bahn-Talk der Kieler Nachrichten schlechte Noten abholen müssen.

Züge sollen pünktlicher und sauberer werden

Verstärken will sich die Bahn in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen unter anderem mit 310 neuen Lokführern, 330 Fahrdienstleitern, rund 530 Wartungsspezialisten und 190 zusätzlichen Servicekräften in den Zügen: „Sie werden an neuralgischen Punkten im Eisenbahnsystem helfen, die Qualität für die Kunden zu verbessern“, sagte Personalvorstand Martin Seiler. Neben mehr Investitionen in Fahrzeuge und Infrastruktur seien auch mehr Mitarbeiter ein Schlüssel zum Erfolg der im November beschlossenen „Agenda für eine bessere Bahn“. Bundesweit sollen demnach in diesem Jahr rund 22000 neue Mitarbeiter eingestellt werden.

Fachkräftemangel erschwert Mitarbeiter-Suche

In den vier Nordländern beschäftigt die Bahn insgesamt rund 27600 Mitarbeiter, davon 3300 in Schleswig-Holstein. Erschwert wird die Offensive allerdings durch den leergefegten Arbeitsmarkt. Daher setzt der Konzern auch auf Auszubildende, Quereinsteiger und ältere Mitarbeiter. Allein die Ausbildungskapazitäten sollen in diesem Jahr um ein Drittel erhöht werden. In einer aufwendigen Medien-Kampagne präsentiert sich die DB derzeit als attraktiver Arbeitgeber.

Buchholz: Auch andere Bahnen müssen aufstocken

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) begrüßte die Job-Initiative: „Zusätzlichen Anstrengungen sind zwingend, müssen aber auch über einen langen Zeitraum auf hohem Niveau fortgeführt werden.“ Nachholbedarf gebe es nicht nur bei der DB AG, sondern auch bei anderen Bahn-Unternehmen.

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