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Wirtschaft HaGe Kiel setzt wieder auf Wachstum
Nachrichten Wirtschaft HaGe Kiel setzt wieder auf Wachstum
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08:02 18.04.2018
Von Jan von Schmidt-Phiseldeck
Verkünden "ein starkes Ergebnis": die HaGe-Vorstände Markus Grimm (links) und Henrik Madsen. Quelle: hfr
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Kiel

Mit weiteren Kooperationen oder Beteiligungen außerhalb des Kerngebietes im Norden will der Konzern, der zum Jahreswechsel durch mit Salmonellen verunreinigtes Tierfutter in die Negativ-Schlagzeilen geriet, sein Geschäft ausbauen. Auf Expansion setzte der Konzern bereits stark in den Jahren 2009 bis 2015. Ziel soll nun wieder sein, im Wettbewerb insbesondere mit den großen Agrarhändlern BayWa oder Agravis Marktanteile zu erobern. Insbesondere der HaGe-Mehrheitsaktionär, der dänische DLG-Konzern, hat Deutschland als Schlüsselmarkt für Wachstum ausgemacht.

Finanzieller Spielraum für Investitionen

Aufgrund der 2015 eingeleiteten Sparmaßnahmen sei finanzieller Spielraum für Investitionen vorhanden, sagt Grimm und verweist auf das mit 25,7 Millionen Euro „operativ beste Ergebnis in der Konzerngeschichte“. 2015 betrug das Ergebnis noch 7,5 Millionen Euro, ein Jahr später 15 Millionen. Auch die um knapp drei Prozent gestiegenen Eigenkapitalquote von 48,6 Prozent sowie die Dividende von 17 Cent pro Aktie (2016: 10 Cent, davor zwei Nullrunden) sei „ein wichtiges Signal“ an Geschäftspartner und Kunden: „Wir sind sehr stark auf Effizienz gepolt, das ist der Schlüssel.“ Weil die HaGe nun „deutlich in den schwarzen Zahlen“ und damit eine „stärkere Position“ als noch vor drei Jahren vertrete, seien strategische Partnerschaften wieder im Fokus: „Wir wollen zwar nicht wachsen um des Wachstums willen, aber Verdrängung gehört zur Gewinnung von Marktanteilen dazu“, sagt Madsen.

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Gelassenheit trotz schlechter Ernteprognosen   

Knapp 45 Prozent des Umsatzes erzielte die HaGe 2017 mit dem Handel von Getreide und Ölsaaten, das wichtigstes Standbein neben dem Verkauf von Betriebsmitteln wie Dünger oder Pflanzenschutz mit 35 Prozent. Trotz schlechter Ernteprognosen im Norden (Madsen: „Die Vorzeichen sind nicht super, das passt nicht gerade in den Geschäftsplan“) wirken die HaGe-Vorstände äußerlich gelassen: „Da wir in ganz Deutschland vertreten sind, können wir durchaus auch eine schwächere Getreide- oder Rapsernte in Schleswig-Holstein kompensieren“, sagt Grimm – auch, weil Synergien im Konzern und über die dänische DLG „deutliche Kostenvorteile bringen“. Zudem setzt die HaGe auf neue, innovative Produkte – zum Beispiel einen Maisdünger, der der verschärften Düngeverordnung Rechnung tragen soll.