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Wirtschaft Regenwetter bedroht Ernte und Aussaat
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09:49 27.11.2017
Von Anne Holbach
Auf vielen Feldern im Land steht das Wasser – so wie hier bei Wolfgang Stapelfeldt in Emmelsbüll-Horsbüll. Landwirte können die durchnässten Flächen nicht befahrenn und bekommen so weder ihr Saatgut auf die Äcker noch können sie ihre Ernte einholen. Quelle: privat/hfr
Kiel/Rendsburg

„Die Lage draußen ist schwierig. Die Nerven liegen teilweise blank“, sagt Daniela Rixen von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. „Das Hauptproblem ist, dass der Boden nicht befahrbar ist. Die Maschinen können so nicht auf das Feld“, sagt Ackerbauer Wolfgang Stapelfeldt aus Nordfriesland.

„Ob Möhren oder Kohl – alles versinkt zurzeit im Schlamm“, so Stapelfeldt, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Südtondern. Auch die Ernte von Zuckerrüben, Kartoffeln und Mais sei betroffen. „Es steht noch eine Menge Mais auf dem Feld, der wegen des vielen Regens nicht eingeholt werden konnte. Teils hoffen die Landwirte, diese Partien noch als Körnermais ernten zu können, teils sind sie verloren“, sagt Rixen.

Extrem treffe es die Betriebe, die einen Vollausfall bei der Ernte erleiden, so Stapelfeldt. Bei vielen Kartoffelbauern sei die Lage dramatisch. „Weil sich in der oberen Bodenkrume viel Nässe staut, haben die Kartoffeln angefangen zu faulen. Das meiste wird als Totalschaden abgeschrieben werden müssen.“

Zugleich bremst das Regenwetter die Aussaat des Wintergetreides aus. Die Herbstbestellung von Weizen und Gerste im September und Oktober konnte nur zu einem kleinen Teil abgeschlossen werden, teilt die Landwirtschaftskammer mit. Bei Winterweizen könnten es rund 50 Prozent weniger im Anbau sein.

„Viele Landwirte haben sich entschieden, dieses Jahr nichts mehr auf ihren Feldern zu machen, sondern auf eine Sommerung zu setzen“, sagt Rixen. Sie wollen im Frühjahr Hafer, Sommerweizen, Sommergerste oder Ackerbohnen anbauen. Dafür darf der Winter aber nicht nass und warm bleiben. „Wird es richtig kalt, dann lockert die Frostgare den Boden,“ erklärt Rixen. Dringt Frost in den Boden, bricht das Eis große Erdklumpen auf, weil es ein größeres Volumen als Wasser hat. Das hilft gegen Verdichtungsschäden.

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