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Wirtschaft MBG will Start-ups besser fördern
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08:00 02.05.2019
Von Anne Holbach
Ein Fest mit 200 Gästen: Die MBG hat ihr 25-jähriges Bestehen in der Sparkassen-Arena gefeiert. Quelle: Christina Kloodt/MBG
Kiel.

Als die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft (MBG) Schleswig-Holstein im Jahr 1994 gegründet wurde, hatten viele kleinere und mittelgroße Unternehmen im Land mit einer eher dürftigen Eigenkapitalausstattung zu kämpfen. Inzwischen ist die konjunkturelle Lage anhaltend gut, die Kreditkonditionen günstig und auch die Eigenkapitalquote im Norden liegt deutlich höher als damals. Dennoch sind die Beteiligungen der MBG nach wie vor gefragt – vor allem bei Gründern.

Von einer „Erfolgsgeschichte“ sprach Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) bei seiner Festrede vor mehr als 200 Gästen in der Kieler Sparkassen-Arena, wo die MBG ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert hat. „Durch das Engagement des Förderinstituts sind 47.000 Arbeitsplätze im Land geschaffen worden. Das ist eindrucksvoll“, so Buchholz.

52 Gründungen hat die MBG 2018 unterstützt

„Mit der Zurverfügungstellung von Eigenkapital stärken wir mehr denn je die Unternehmen in jeder Unternehmensphase“, sagt Geschäftsführer Holger Zervas. So werden von der 20 Mitarbeiter starken MBG sowohl Start-ups und Existenzgründer gefördert als auch bestehende Betriebe auf Expansionskurs unterstützt. Außerdem gibt es Hilfe bei der Unternehmensnachfolge. Das Förderinstitut engagiert sich in der Regel über stille Beteiligungen und schließt Eigenkapitallücken, wenn sich Unternehmen vergrößern wollen oder ihre Bonität für die Aufnahme eines Kredites steigern möchten.

Betrug die durchschnittliche Eigenkapitalquote im Mittelstand in Deutschland zeitweise weniger als zehn Prozent, so lag sie laut KfW im Jahr 2017 bei komfortablen 31,2 Prozent. Schleswig-Holstein schafft es mit einer Quote von 23 Prozent im Bundesvergleich nur auf den vorletzten Platz hinter Berlin und Brandenburg.

„Wir sorgen für stabile Bilanzverhältnisse und stellen gleichzeitig einen Puffer auch in schlechteren Zeiten dar, die ja auch mal kommen können“, sagte Zervas. Im vergangenen Jahr hat die MBG nach eigenen Angaben 125 Unternehmen begleitet, davon waren 52 Gründungen.

Das Neugeschäft betrug 28,1 Millionen Euro, laut Zervas war das ein Bestwert in der Firmengeschichte. Das damit bei den Unternehmen begleitete Finanzierungsvolumen betrug 165 Millionen Euro, etwas mehr als im Vorjahr. Bundesweit gibt es 15 MBGs, deren Beteiligungsvolumen bei etwa einer Milliarde Euro liegt.

Seit ihrer Gründung hat die schleswig-holsteinische MBG 1400 Unternehmen Kapital zur Verfügung gestellt und kam auf über 2000 Beteiligungen. Aktuell ist sie bei knapp 600 Unternehmen im Boot.

Offene statt stille Beteiligungen sollen Start-ups fördern

Meist handelt es sich um stille Beteiligungen, bei denen die MBG keine Unternehmensanteile erwirbt oder sich ins Tagesgeschäft einmischt, sondern einen festen Zins erhält. Zudem profitiert die Gesellschaft über eine gewinnabhängige Vergütung am Erfolg des Betriebes. Aber auch offene Beteiligungen werden angeboten. Ein Beispiel ist der drei Millionen schwere VC-Fonds, der Gesellschaftsanteile von maximal 24,9 Prozent übernimmt.

Die offenen Beteiligungen wolle die MBG künftig stärker bespielen, betonte Zervas. „Das ist sehr wichtig, wenn wir die Start-up-Szene im Land ankurbeln wollen“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Kurt-Christoph von Knobelsdorff. Wenn der Norden auf der Jagd um Wachstum aufholen wolle, brauche es mehr Risikokapital für junge Firmen im Land und die Förderlandschaft müsse gestärkt werden.

„Alleine mit der MBG und anderen Förderinstrumenten wird das nicht gehen“, stellte Buchholz aber klar. Venture Capital müsse aus der privaten Wirtschaft kommen: „Wir müssen Wagnisse eingehen, dann wird das Land auch einen ordentlichen Drive bekommen.“

Gesellschafter der MBG sind neben der Investitionsbank Schleswig-Holstein der Sparkassen- und Giroverband, diverse private Banken, die Industrie- und Handelskammern im Land sowie die Handwerkskammer.

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