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Wirtschaft Marketing hat noch Luft nach oben
Nachrichten Wirtschaft Marketing hat noch Luft nach oben
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20:47 17.03.2015
Von Martina Drexler
Das Marketing in Kiel hat noch Luft nach oben. Quelle: hfr
Kiel

Der 23 Fragen umfassende Bogen wurde gemeinsam mit der Kieler Wirtschaftsförderungs- und Strukturentwicklungsgesellschaft (KiWi) entwickelt. Das Ziel der Aktion umriss Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernent Ulf Kämpfer damals so: „Mit der Umfrage wollen wir einen besseren Überblick gewinnen, ob und wo der Schuh drückt.“ Fast 700 Unternehmen reagierten – eine Rücklaufquote von 20,5 Prozent, so dass die Auswertung als repräsentativ gilt. Danach agiert die Kieler Durchschnittsfirma lokal und regional und hat weniger als 50 Beschäftigte. Es dominieren die Bereiche Handel, allgemeine Dienstleistungen, Baugewerbe, verarbeitendes Gewerbe sowie Kommunikation und Informationsverarbeitung.

Auf die mittelständische Prägung der Wirtschaft führt es Kämpfer in seiner Mitteilung an den Wirtschaftsausschuss am 25. März auch zurück, dass sich die Wünsche an die Stadt „entsprechend konkret und bodenständig gestalten“. So geht aus der Umfrage hervor, dass die Stadt vor allem bei ihrer Wirtschaftsfreundlichkeit und Serviceorientierung nachbessern sollte. Gleiches gilt für ihr Standortmarketing, das nur 5,4 Prozent gut finden (30,1 Prozent gaben „eher zufrieden“ an), und die Forderung, das Image zu stärken. Erwartet wird zudem, die Wirtschaftsförderung und Ansiedlungspolitik deutlich aktiver als bisher zu betreiben. Regelmäßigen Kontakt mit der Stadt pflegen etwa 31 Prozent der befragten Unternehmen: Zwar gaben 66 Prozent davon an, mit den städtischen Leistungen sehr zufrieden bzw. eher zufrieden zu sein, doch 21 Prozent hadern mit der Arbeit der Verwaltung, 2,2 Prozent sind „sehr unzufrieden“.

Als die wichtigsten Standortfaktoren bezeichnen die Firmen die Straßenverkehrsanbindung sowie die Telekommunikations- und Breitbandversorgung. Laut Umfrage ist die Wirtschaft mit dem bisherigen Straßennetz weitgehend zufrieden, drängt aber darauf, dass die Stadt sich für eine bessere überregionale Anbindung einsetzt. Die Anbindung über Wasser und Luft sowie in den skandinavischen Raum spielt dagegen nur für eine Minderheit von etwa zehn Prozent eine wichtige Rolle. Als weitere Stärken des Standorts führen die Befragten die Nähe zu Kunden, Absatzmärkten und Zulieferern an.

Für die künftige Wirtschaftsförderung der Stadt hat die Umfrage erste Konsequenzen. Kämpfer will die KiWi, deren Leistungen nur von etwa 20 Prozent in Anspruch genommen werden, neu ausrichten, aufwerten und enger an sich binden. Nach dem Wechsel des Wirtschaftsamtsleiters Tim Holborn zur Landesentwicklungsgesellschaft in Kronshagen zum 1. April plant der Verwaltungschef, das Amt aufzulösen. Das bedeute keineswegs, dass das Thema Wirtschaft an Bedeutung oder Personal verliere, versichert der Verwaltungschef. Im Gegenteil: Er werde seinem Büro ein Wirtschaftsreferat angliedern. Damit kommt er einer Hauptforderung der Unternehmen nach. Sie wollen einen zentralen Ansprechpartner bei der Stadt.