Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Wirtschaft Mehr Arbeit in Deutschland zu ungünstigeren Zeiten
Nachrichten Wirtschaft Mehr Arbeit in Deutschland zu ungünstigeren Zeiten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:08 15.09.2016
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Viele Menschen bleiben heute länger bei der Arbeit. Zahlen belegen es. Quelle: Oliver Berg
Wiesbaden

Obwohl die Zahl der Arbeitnehmer in Deutschland kontinuierlich steigt, muss auch jeder Einzelne in seinem Job länger ran.

Arbeitnehmer mit einem Vollzeitjob mussten im vergangenen Jahr im Schnitt 40,5 Stunden wöchentlich arbeiten. Das war eine halbe Stunde mehr als 20 Jahre zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag auf der Grundlage von Mikrozensus-Befragungen berichtete.

Ähnlich sieht es bei den Teilzeitbeschäftigten aus, die im vergangenen Jahr 19,3 Wochenstunden leisteten - auch dies ist eine halbe Stunde mehr als 1996.

Die durchschnittliche Arbeitszeitverlängerung ist nach Ansicht des Experten Enzo Weber vom bundeseigenen Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) aber in erster Linie auf den Rückgang der Mini-Jobs zurückzuführen. Insbesondere im Einzelhandel mit seinen deutlich verlängerten Ladenöffnungszeiten falle zusätzliches Arbeitsvolumen an, das von Voll- und Teilzeitkräften erledigt werde.

Im Gegensatz zu den Arbeitnehmern arbeiteten Selbstständige im Jahr 2015 mit 48,9 Wochenstunden wesentlich länger, allerdings hat sich ihre Wochenarbeitszeit seit 1996 auch sehr deutlich um sechs Stunden reduziert. Sie haben ein deutlich kürzeres Wochenende als Arbeitnehmer: Mehr als die Hälfte (52,5 Prozent) gab Samstagsarbeit an, jeder Vierte (24,8 Prozent) den Sonntag. Das ganze Wochenende war bei 23,9 Prozent der Selbstständigen belegt.

Bei den Arbeitnehmern sind die Anteile der Wochenendbeschäftigung grob halb so groß. Auch bei ihnen zeigt sich der Trend zu ungünstigeren Arbeitszeiten: Fast jeder Vierte arbeitet ständig oder regelmäßig abends, knapp jeder Zehnte in der Nacht.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht den Trend zu langen und atypischen Arbeitszeiten bereits verfestigt und verlangt Reformen für mehr Arbeitszeitsouveränität. "Arbeitszeit muss besser erfasst und vollständig vergütet werden. Die Bereitschaft der Beschäftigten zu flexiblen Arbeitszeiten darf nicht länger zu unbezahlten Überstunden führen", erklärte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Die Arbeitnehmer müssten flexible Arbeitszeitmodelle selbstbestimmt nutzen können.

Wegen der stark gestiegenen Teilzeitquote ist die durchschnittliche Wochenarbeitszeit aller Erwerbstätigen aber in den vergangenen Jahren in Deutschland kontinuierlich gesunken. Seit 1991 ist sie um drei auf 35,2 Stunden im Jahr 2015 zurückgegangen und liegt damit deutlich unter EU-Schnitt. Das hängt damit zusammen, dass immer mehr Menschen am Erwerbsleben teilnehmen, aber eben nicht alle in Vollzeit.

dpa

Das Containerschiff "Hanjin Europe", das nach der Pleite der koreanischen Reederei Hanjin seit mehr als zwei Wochen im Hamburger Hafen festsitzt, kann am Freitag wieder auslaufen.

Deutsche Presse-Agentur dpa 15.09.2016

Die Unternehmen am Industriestandort Brunsbüttel haben ihre Forderung nach einer besseren Verkehrsanbindung erneuert. Die notwendigsten Infrastrukturmaßnahmen seien neben dem Weiterbau der Autobahn 20 mit der Elbquerung bei Glückstadt insbesondere der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke nach Brunsbüttel sowie der dreispurige Ausbau der Bundesstraße 5 über Wilster-West hinaus.

Deutsche Presse-Agentur dpa 15.09.2016

Der boomende Tourismus sorgt für Zehntausende neue Arbeitsplätze in Griechenland. Das berichtete die konservative Athener Zeitung "Kathimerini" unter Berufung auf den Tourismusverband (Sete).

Deutsche Presse-Agentur dpa 15.09.2016