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Wirtschaft Kieler Werften droht Auftragsverlust von Kampfschiff MKS 180
Nachrichten Wirtschaft Kieler Werften droht Auftragsverlust von Kampfschiff MKS 180
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09:30 20.11.2019
Von Frank Behling
German Naval Yards hofft auf einen Vier-Milliarden-Auftrag für das Mehrzweckkampfschiff MKS 180.  Quelle: Frank Behling
Kiel

Der Grund dafür ist, dass dem Angebot einer Werft aus den Niederlanden nach Informationen von KN-online inzwischen gute Chancen eingeräumt werden. Für die vier Schiffe ist ein Auftragsvolumen von bis zu fünf Milliarden Euro veranschlagt. Bei der Kieler Werft German Naval Yards sind die Sorgen dementsprechend groß.

"Noch keine Entscheidung"

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) warnte bereits vor „entscheidenden Auswirkungen“, wenn die Bundeswehr den Auftrag nicht im eigenen Land vergeben sollte. Seit dem 18. Juli werten Mitarbeiter des Beschaffungsamtes der Bundeswehr in Koblenz das deutsche und das niederländische Angebot aus. Zunächst hieß es, die Entscheidung solle in diesem Herbst fallen. „Es gibt zurzeit noch keine Entscheidung“, räumt das Verteidigungsministerium jetzt ein. Und auch bei der Koblenzer Rüstungsbehörde ist man verschwiegen.

Niederländer haben gutes Angebot

Das Angebot der Niederländer hat es in sich, wie aus Branchenkreisen verlautet. Die Damen-Gruppe hat Erfahrungen im Bau großer Kriegsschiffe für die Niederlande, Marokko, Mexiko und Indonesien. Bei der Umsetzung der Anforderungen der deutschen Marine soll der Entwurf äußerst „kreativ“ sein, wie es heißt.

Lesen Sie auch einen Kommentar von Frank Behling zum Kampfschiff-Auftrag

Das MKS 180 ist als wahrer Koloss mit rund 10000 Tonnen Verdrängung und über 160 Meter Länge geplant. Dazu sind Waffensysteme für alle Szenarien der modernen Seekriegsführung vorgesehen – vom Torpedo bis zum Marschflugkörper. Das Projekt ist damit so komplex, dass es Stimmen im Umfeld des Verteidigungsministeriums gibt, auf das Mehrzweckkampfschiff ganz zu verzichten, um es durch ein wesentlich einfacheres Projekt zu ersetzen.

Wichtiges Projekt für gesamte Branche

„Das MKS ist das komplexeste Schiff, das wir in Europa sehen werden. Für uns wäre es sehr enttäuschend, wenn dieser Auftrag nicht im Land bleibt“, sagt TKMS-Chef Rolf Wirtz. Seine Werft bildet zusammen mit German Naval Yards eine Kieler Arbeitsgemeinschaft. Das Projekt ist wichtig für die Innovationskraft der gesamten Branche.

„Mit dem Bau des MKS 180 kann die deutsche Marineindustrie ihre Technologieführerschaft im internationalen Wettbewerb behaupten“, sagt Jörg Herwig, Geschäftsführer der German Naval Yards. Auch die IG Metall streicht die große Bedeutung für den Schiffbau-Standort Schleswig-Holstein hervor. Dieter Haniel vom Arbeitskreis Wehrtechnik warnt schließlich vor einem „schweren Schlag“ für heimische Unternehmen.

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