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Wirtschaft Vergangenheit holt HSH Nordbank ein
Nachrichten Wirtschaft Vergangenheit holt HSH Nordbank ein
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08:00 27.04.2019
Von Ulrich Metschies
Neuer Markenauftritt: Die HSH Nordbank heißt heute Hamburg Commercial Bank, kämpft aber weiter mit den Schatten der Vergangenheit.   Quelle: Christian Charisius
Kiel

Zum einen verklagen 48 institutionelle Anleger aus dem In- und Ausland die einstige Landesbank vor dem Landgericht Kiel auf Schadenersatz in Höhe von 1,4 Milliarden Euro.

Auch die Huk Coburg liegt mit der Bank im Clinch

Die Anleger, Eigentümer sogenannter Tier-1-Anleihen im Volumen von rund einer Milliarde Euro, verlangen vom Institut, den von der Bank reduzierten Kurs ihrer Anleihen wieder auf den Nennwert anzuheben plus Schadensersatz „für unrechtmäßig entgangene Zinszahlungen“.Parallel zofft sich die Bank mit der Huk Coburg um Zahlungen in dreistelliger Millionenhöhe. Vom Landgericht Kiel hatte sich die Versicherung jüngst eine Abfuhr eingehandelt: Den Vorwurf der Huk, die Bank habe in mehreren Jahren zu Unrecht einen Verlust ausgewiesen und die „stillen Einlagen“ der Versicherung daran beteiligt, ließen die Richter nicht gelten. Nun liegt der Ball in diesem Verfahren beim Oberlandesgericht Schleswig, das am 3. Mai eine Entscheidung verkünden will.

Gläubiger fahren juristisch schweres Geschütz auf

Die 48 Anleihe-Gläubiger haben schweres Geschütz aufgefahren, um an ihr Geld zu kommen. Vertreten wird die Gruppe von Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan, einer der weltweit größten auf Prozessführung spezialisierten Kanzleien mit weltweit 800 Anwälten. „Unsere Anlegergruppe ist zuversichtlich, dass ihre Position vor Gericht bestätigt werden wird und sich der Rechtsstaat bewährt“, sagt die Hamburger Rechtsanwältin Nadine Herrmann, die die Kläger im Milliardenverfahren vertritt. Bei den umstrittenen Anleihen geht es um sogenanntes Hybrid-Kapital – eine Mischung aus Eigenkapital und Fremdmitteln, das relativ hohe Zinsen abwirft, allerdings auch an den Verlusten eines Unternehmens beteiligt werden kann.

Institut bezeichnet Vorwürfe als "substanzlos"

Als die Bank Ende März erstmals als privates Geldhaus ihre Geschäftszahlen veröffentlichte, zeigte sich Finanzvorstand Oliver Gatzke auf Nachfrage von Journalisten zu den Rechtsstreitigkeiten betont gelassen: „Wir halten die Vorwürfe für substanzlos.“

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