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Wirtschaft Rewe will Jobs aus Kiel abziehen
Nachrichten Wirtschaft Rewe will Jobs aus Kiel abziehen
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09:00 12.08.2019
Von Ulrich Metschies
Ein Sanierungsfall: Nach dem Einstieg von Rewe schreibt die Tochtergesellschaft Supermärkte Nord (SuNo) weiterhin rote Zahlen.  Quelle: Britta Pedersen/dpa
Kiel/Norderstedt

Arbeitsplätze in der Verwaltung und in anderen zentralen Bereichen sollen vom Standort in der Benzstraße in Kiel-Wellingdorf unter anderem nach Norderstedt abgezogen werden.

Unsicherheit und Angst bei Mitarbeitern

Interne Arbeitsgruppen beschäftigen sich bereits damit, wie die Integration der SuNo in die Rewe umgesetzt werden soll. Als möglicher Termin für die Auflösung der Gesellschaft, einer der größten Arbeitgeber in Schleswig-Holstein, wird der 1. Januar 2020 gehandelt. „Angst und Unsicherheit sind groß“, heißt es aus Mitarbeiterkreisen. Von einer Abwicklung wären in der jetzigen Zentrale der Supermärkte Nord bis zu 230 Mitarbeiter betroffen, die aktuell in Bereichen wie Vertriebsverwaltung, IT, Einkauf, Marketing und Personal arbeiten. Zu Kündigungen soll es jedoch nicht kommen, angestrebt werde eine sozialverträgliche Lösung.

Rewe-Zentrale äußert sich nicht

Wie von der ehemaligen Muttergesellschaft angekündigt, hat sich die Coop inzwischen von ihren letzten 30 Prozent an der SuNo verabschiedet und die Anteile an den Mehrheitsgesellschafter Rewe verkauft. Auf die Frage, ob eine Auflösung der SuNo geplant sei und welche Folgen dies für den Standort Kiel und seine Arbeitsplätze haben werde, will sich die Rewe-Zentrale in Köln nicht äußern: „Wir beteiligen uns grundsätzlich nicht an Spekulationen und Gerüchten, und kommentieren diese auch nicht in der Öffentlichkeit.“ Andreas Gottschalk, Betriebsratsvorsitzender der SuNo, stand für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung. In Zurückhaltung übt sich auch die Gewerkschaft: „Wir hoffen sehr, dass der Ausstieg der Coop für die Beschäftigten in Kiel keine Nachteile hat“, sagt Verdi-Fachbereichsleiter Matthias Baumgart.

Auswirkungen bereits sichtbar

Personell hat die Rewe-Beteiligung bereits tiefe Spuren in Kiel hinterlassen. So ist der Bereich Einkauf von ehemals 50 auf etwa zehn Arbeitsplätze zusammengeschrumpft. Die SuNo war 2016 aus einem Deal hervorgegangen, mit dem sich die Coop von einer existenzbedrohenden Schuldenlast befreit hatte. Die Kölner übernahmen damals die Mehrheit an der neuen Supermärkte Nord KG, in die die Coop ihr operatives Handelsgeschäft ausgelagert hatte: mehr als 160 Sky-Märkte, elf Verbrauchermärkte und auch ihre Logistikzentren in Kiel und Güstrow. Aus diesem Geschäft flossen der Coop rund 30 Millionen Euro zu, auch alle Bankverbindlichkeiten zog Rewe glatt.

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