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Wirtschaft Diese Wirkung haben Influencer auf Jugendliche
Nachrichten Wirtschaft Diese Wirkung haben Influencer auf Jugendliche
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06:05 04.10.2019
Von Christin Jahns
Instagram-Stars wie Pamela Reif können das Kaufverhalten von Jugendlichen beeinflussen. Das zeigt eine neue Studie.  Quelle: Hendrik Schmidt/dpa
Kiel

Das ist das Ergebnis der repräsentativen Jugend-Digitalstudie der Postbank, für die mehr als 1000 junge Menschen zwischen 16 und 18 Jahren befragt wurden.

43 Prozent von ihnen haben auf Youtube etwas gesehen, dass sie dann auch gekauft haben, 13 Prozent sind innerhalb der vergangenen sechs Monate sogar mehrfach einer Produktempfehlung eines Youtubers gefolgt. 31 Prozent hat ein Bild bei Instagram zum Kauf inspiriert, ebenfalls 13 Prozent sogar zu mehreren Käufen. Aber auch Blogger auf Plattformen wie Twitch oder Snapchat motivierten rund 22 Prozent der Jugendlichen zum Einkauf.

"Der Bummel durch Ladengeschäfte ist weniger relevant. Die Jugendlichen in Deutschland lassen sich bei Youtube, Instagram und Co. inspirieren und kaufen dann auch gleich online", sagt Thomas Brosch, Chief Digital Officer der Postbank. "Das haben längst auch die Markenunternehmen gelernt und arbeiten mit Influencern zusammen."

Mikro-Influencer können regionalen Unternehmen nützen

Dass auch die Unternehmen im Norden die Reichweite von Persönlichkeiten aus den sozialen Netzwerken für ihre Zwecke nutzen, sagt Julia Körner, Handelsexpertin der IHK zu Kiel: "Influencer stellen auch für Unternehmen in Schleswig-Holstein einen interessanten Kanal dar, um sich und die Produkte bei der relevanten Zielgruppe zu positionieren – und das gilt über die verschiedenen Generationen hinweg, nicht nur für die Jugend. Gerade die Zusammenarbeit mit Mikro-Influencern kann für regional tätige Unternehmen zu einem wichtigen Werbe- und Absatzkanal werden."

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Voraussetzung für den Erfolg sei aber, dass die Unternehmen ihre Zielgruppen kennen und wissen, über welche Kanäle sie diese am besten erreichen. "Immer mehr Firmen gehen den Schritt hin zu einem aktiven Social Media-Marketing und nutzen dieses Instrument sowohl für die Kundenbindung als auch für die Erstansprache", sagt Körner.

Auch wichtig: gute Platzierung bei Google und eigene Social-Media-Auftritte

Auch Kathrin Rosche, Inhaberin des Meerfach-Ladens in Kiel, nutzt Plattformen wie Instagram und Facebook, um auf ihr kleines Geschäft aufmerksam zu machen: "Bei Firmen mit einem Publikum zwischen 20 und 50 Jahren läuft inzwischen fast alles über die sozialen Medien." Hinzu komme, dass gerade jüngere Menschen Unternehmen auch anhand ihrer Follower-Zahl beurteilten. Die Kooperation mit Bloggern oder Influencern hilft aus Rosches Sicht vor allem punktuell: "Wenn man von Bloggern mit einer großen Follower-Zahl genannt wird, schießen die Aufmerksamkeit und die Klicks auf der eigenen Seite kurzfristig nach oben." Langfristig seien eine gute Platzierung bei Google und eigene Instagram- und Facebook-Posts aus ihrer Sicht aber wichtiger.

Gerade für junge Menschen ist es oft dennoch wichtig zu wissen, welche Marken und Produkte ihre Idole aus dem Internet bevorzugen. "Viele Jugendliche nutzen Social Media Kanäle intensiv, um sich mit anderen zu vergleichen und auszutauschen", bestätigt auch Vivien Rehder von der Verbraucherzentrale. Aus Sicht der Verbraucherschützer ist es deshalb besonders wichtig, dass Jugendliche lernen, kritisch zu bewerten, was sie in den sozialen Medien sehen. "Dazu gehört die Fähigkeit, vermeintlich private Posts von Werbung unterscheiden zu können", sagt Rehder. So vermische sich gerade bei Influencern die Darstellung der eigenen Person sehr stark mit Werbung für Marken oder Produkte. "Jugendliche brauchen einen guten Durchblick und ein ausgeprägtes kritisches Denken, um sich in der bunten Social-Media Welt nicht blenden und täuschen zu lassen, sondern ihre eigenen Entscheidungen unabhängig von Anbieterinteressen treffen zu können", sagt Rehder.

Meinung

Lesen Sie hier den Kommentar von Florian Hanauer

Studie: Soviel Geld geben Jugendliche aus

Wie wichtig eine differenzierte Entscheidungsfindung ist, zeigen die Zahlen: Laut Studie shoppen so bereits neun von zehn Jugendlichen online und geben dabei durchschnittlich 54 Euro pro Monat aus. Besonders beliebt waren dabei Schuhe und Klamotten (66 Prozent). Männliche Jugendlichen gaben außerdem viel Geld für Online-Spiele, Ingame-Käufe und Unterhaltungselektronik aus (56 Prozent).

"Die Händler merken natürlich, dass die junge Generation sehr online-affin ist", bestätigt auch Mareike Petersen, Geschäftsführerin beim Handelsverband Nord. "Die Unternehmen richten sich danach. Das Ausmaß hängt dabei aber immer auch ein bisschen von der Zielgruppe ab." So arbeiten einige große Einzelhändler bei ihren Fernsehwerbespots bereits mit Bloggern zusammen. "Wenn die Zielgruppe passt, kann die Werbung auf Social Media oder die Zusammenarbeit mit Influencern auch für kleinere Unternehmen eine Chance sein", sagt Petersen. Dabei sei es allerdings wichtig, dass die Blogger zum Unternehmen passen und die Werbebotschaft nicht unglaubwürdig erscheinen lassen.

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