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Wirtschaft Stromnetz verkraftet 100 Prozent E-Autos
Nachrichten Wirtschaft Stromnetz verkraftet 100 Prozent E-Autos
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14:00 02.06.2019
Von Anne Holbach
Selbst wenn die Deutschen nur noch E-Autos fahren würden, käme das Stromnetz damit klar, sagt eine neue Studie. Quelle: Andreas Arnold
Quickborn

Für den Stresstest haben Energieexperten verschiedene Szenarien simuliert. Bundesweit sind demnach heute rund 47 Millionen konventionelle Pkw gemeldet, davon 1,6 Millionen in Schleswig-Holstein. Wenn Elektroautos bis 2045 einen Marktanteil von 100 Prozent hätten, sie also all die Benziner und Diesel abgelöst hätten, würde das nicht zu einer Überlastung der Stromleitungen führen, so die Studie. Zum Vergleich: Laut Kraftfahrtbundesamt sind derzeit in Schleswig-Holstein 3100 reine E-Autos zugelassen, bundesweit 83.175.

100 Prozent E-Autos, das sind 47 Millionen

Forscher von der Technischen Universität München und Wyman waren dagegen zuletzt zu dem Ergebnis gekommen, dass es schon in fünf bis zehn Jahren zu erheblichen Netzüberlastungen kommen könnte, wenn sich der Anteil an E-Autos erhöhe. Die mit Strom betriebenen Fahrzeuge ziehen etwa elf Kilowatt aus der Leitung.

Vier von Zehn E-Autos "tanken" zur gleichen Zeit

Der Eon-Studie liegt die Annahme zugrunde, dass nicht alle E-Auto-Besitzer gleichzeitig nach Feierabend ihren Wagen aufladen. Ein Feldversuch habe gezeigt, dass nie mehr als vier von zehn Elektroautos zeitgleich am Stecker seien. "Zukünftig wird es deutlich mehr Ladestationen sowohl im privaten, aber eben auch im öffentlichen Raum geben", sagt Ove Struck, Sprecher von SH Netz. "Diese ermöglichen den Kunden, zu jeder Tageszeit zu laden – also auch während der Arbeit, während des Einkaufens, beim Arztbesuch." Zudem würden beispielsweise Rentner zu anderen Zeiten laden als Berufstätige.

Ziel ist ein intelligentes Lademanagement

Die Experten setzen außerdem auf ein intelligentes Lademanagement und Anreize für Verbraucher, damit sie ihre Autos nicht in der laststarken Abendzeit an den Strom hängen, sondern in den lastschwachen Nachtstunden. "Ziel ist es, dass die Autos nachts geladen werden, während sich die Windräder drehen, aber in den Häusern die Lichter ausgehen." E-Mobilität sei ein Element der Sektorenkopplung, die für SH Netz ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Energiewende sei.

Eon rechnet damit, dass der Investitionsbedarf bis 2045 bei insgesamt 2,5 Milliarden Euro liegt, um die Netze für die Mobilitätswende fit zu machen. Zwei Drittel davon müssten für die Erneuerung von Ortsnetzstationen ausgegeben werden, der Rest für den Bau neuer Leitungen. Aktuell steckt Eon nach eigenen Angaben bereits etwa eine Milliarde Euro pro Jahr in den Erhalt und Ausbau der Netze.

SH Netz investierte 2018 rund 200 Millionen Euro ins Netz

Auf Schleswig-Holstein heruntergerechnet, geht die SH Netz von zusätzlichen Investitionskosten von drei bis vier Millionen pro Jahr bis 2044 aus, sofern der langfristig erforderliche Netzausbau optimal umgesetzt wird. Die durch die E-Mobiliät verursachten Mehrkosten seien gegenüber den ohnehin anfallenden Kosten für Erneuerungen aber gering. Allein im vergangenen Jahr hat die SH Netz rund 200 Millionen Euro für Netzausbau und Instandhaltung ausgegeben.

Hansewerk betreibt 245 Ladepunkte im Land

Sollten sich E-Autos deutlich schneller durchsetzen, müsste pro Jahr entsprechend mehr in die Technik investiert werden, so Struck. "Im Vergleich mit den Anstrengungen, die SH Netz in den vergangenen Jahren für den Netzausbau für die Erneuerbaren Energien vorgenommen hat, erscheint dies aber machbar."

Mit 245 Ladepunkten ist Hansewerk, die Muttergesellschaft von SH Netz, nach eigenen Angaben einer der größten Betreiber von Ladeinfrastruktur in Schleswig-Holstein. Dieses Jahr sollen 80 Ladepunkte hinzukommen.

Die Bundesregierung hat am Freitag die Kaufprämie für E-Autos bis Ende 2020 verlängert.

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