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Wirtschaft Neuer Geschäftsführer hört auf die Basis
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15:56 23.04.2013
Von Jan von Schmidt-Phiseldeck
Peter Levsen Johannsen (57) übernimmt zum 1. August 2013 die Geschäftsführung der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein.
Rendsburg

Als „große gemeinsame Sache“ bezeichnete Johannsen in seiner Antrittsrede die neue Aufgabe. Besonders wichtig seien ihm die „Signale der Basis“, um die Kammer an die veränderten Ansprüche in der Agrarbranche anzupassen.

 Zum 1. August übernimmt der Agrarwissenschaftler die Nachfolge von Jürgen Pallasch, der am 31. März in den Ruhestand verabschiedet wurde. Bis dahin führt der stellvertretende Kammergeschäftsführer Eckhard Boll kommissarisch die Geschäfte. Seit 2006 ist Johannsen Leiter der Abteilung Agrarwirtschaft des Berufsbildungszentrums am Nord-Ostsee-Kanal und leitet in Osterrönfeld die Landwirtschaftsschule. „Schule und unser Nachwuchs verändern vieles - darauf müssen wir uns als Kammer einstellen“, sagt Johannsen.

 Andere Kundschaft, größere Kulisse: „Landwirtschaft ist mein Ding, deshalb hat mich die neue Aufgabe gereizt.“ Johannsen will auch künftig die Facharbeit der Kammer, einer Körperschaft des öffentlichen Rechts mit etwa 400 Mitarbeitern in Zentrale und Außenstellen, in den Vordergrund stellen. Die Vermittlung von Traditionen an die neue Generation von Betriebsleitern sei ein weiteres Anliegen. „Wir müssen uns behutsam modernisieren, um die jungen Leute auch künftig als Kunden an die Kammer zu binden“, betont Johannsen. Angedacht sei beispielsweise neben einer modernisierten Homepage auch ein interaktiver Facebook-Auftritt. Ganz wichtig sei auch, die Finanzkraft der Kammer zu halten, die sich als neutraler Dienstleister dem Kernauftrag Grundlagenarbeit, Ausbildung und Beratung von Landwirtschaft, Gartenbau und Fischerei verschrieben hat.

 Auf die Folgen einer möglichen europaweiten Agrarreform hätten sich viele Bauern nach Einschätzung von Johannsen eingestellt - zum Beispiel mit Produktionssteigerungen und einer höheren Intensität der Bewirtschaftung. Zum Hintergrund: Die EU will die milliardenschweren Fördergelder für die Landwirtschaft künftig anders ausgeben. So sollen Bauern mehr Ökoauflagen einhalten.

 „Die Unternehmen werden sich an die rückgehenden Stützungszahlungen anpassen und im Volumen größer. Das bedeutet aber auch, das die Nachfrage nach qualifizierten Kräften weiter steigen wird“, sagt Johannsen. 40 Prozent der Landwirtschaftsschüler hätten keinen eigenen Hof, fänden aber auch künftig ein attraktives Berufsumfeld, in dem gutes Geld zu verdienen sei. Diesen Wandel wolle die Kammer mit guten Angeboten - unter besonderen Berücksichtigung von Natur und Umwelt - begleiten.

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