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Wirtschaft Herwig hat Milliarden-Auftrag im Visier
Nachrichten Wirtschaft Herwig hat Milliarden-Auftrag im Visier
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10:02 12.06.2018
Von Frank Behling
Jörg Herwig will die Kieler Werft German Naval Yards zu einer führenden Werft im Marineschiffbau machen. Die Auftragsbücher sind voll. Quelle: Frank Behling
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Kiel

„Wir können hier am Standort Kiel Marineschiffe aller Größen bauen und wir wollen weiter wachsen“, erklärte der neue Werft-Chef Jörg Herwig im Gespräch mit unserer Zeitung.

Auf dem Gelände der Kieler Werft, die bis 2011 als HDW Gaarden Handelsschiffe baute, sind die Hallen mit Schiffen voll. Gerade abgeliefert wurden zwei Fregatten an Algerien – und zwar im vertraglich vereinbarten Zeit- und Kostenrahmen. „Als letzter Deutscher Generalunternehmer wollen wir den Wettbewerb um die MKS 180 gewinnen und hier am Standort Kiel wieder Schiffe für die deutsche Marine bauen. Mein Ziel ist es, diese Schiffe im Zeitplan zu liefern und dabei auch Gewinn zu machen“, sagte Herwig.

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In den nächsten Tagen wird das finale Angebot für den Bau der vier ersten Mehrzweckkampfschiffe vom Typ MKS 180 beim Bundesamt für Ausrüstung, Nutzung und Informationstechnik abgegeben. Neben German Naval Yards (GNY) ist nur noch die niederländische Damen-Gruppe mit der Werft Blohm + Voss im Rennen.

Danach heißt es Warten. „Unser Ziel ist es, dass die Fähigkeiten zum Bau von Überwasserschiffen für die Marine hier in Kiel erhalten bleiben. Mit diesem Auftrag können wir die Zukunft gestalten“, erklärte Herwig. Er arbeitete zuvor 24 Jahre bei Thyssen Krupp, kennt den U-Boot- und den Überwasserschiffbau und die Kunden. Der neue Geschäftsführer ist überzeugt: „Mit dem Auftrag MKS 180 ist auch am Standort Kiel wieder Wachstum möglich. Mit der Fachhochschule haben wir dafür sehr gute Bedingungen.“ Aktuell liegt die Belegschaft der GNY-Gruppe bei 950 Mitarbeitern. Kommt der Großauftrag, würde das die Auslastung der Werft bis 2028 sichern. Herwig schließt für diesen Fall auch eine Kooperation nicht aus. „Zuerst brauchen wir aber den Zuschlag.“ Wichtig ist ihm, dass der größte Teil der Wertschöpfung bei dem Projekt in Deutschland bleibt.

Dies sieht die IG Metall ähnlich. Angesichts der jüngsten Gerüchte, wonach sich die vom Wettbewerb ausgeschlossene Werftengruppe TKMS möglicherweise ganz vom Schiffbau trennen könnte, verfolgt die Gewerkschaft vor allem ein Ziel: „Möglichst viel von dem Auftrag in Deutschland zu halten. Der Auftrag bietet genug Arbeit für alle“, erklärte Gewerkschaftssprecher Heiko Messerschmidt.