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Wirtschaft Edeka Nord hat alle Optionen
Nachrichten Wirtschaft Edeka Nord hat alle Optionen
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08:56 16.03.2018
Von Thorsten Geil
Foto: Auf dieser Fläche im Gewerbegebiet Eichhof an der Autobahn 7 will Edeka Nord bauen (fotografiert vom Dach des Henry-Kruse-Neubaus).
Auf dieser Fläche im Gewerbegebiet Eichhof an der Autobahn 7 will Edeka Nord bauen (fotografiert vom Dach des Henry-Kruse-Neubaus). Quelle: Thorsten Geil
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Neumünster

Mit der Entscheidung, an der Autobahn 7 bei Neumünster-Nord ein neues Frischdienstlager zu bauen, hat die Edeka Nord sich strategisch neu aufgestellt und hält jetzt alle Optionen für weiteres Wachstum. Das Grundstück, das Edeka im Gewerbepark Eichhof kaufen möchte, ist rund 240.000 Quadratmeter groß und damit deutlich größer, als man für ein solches Lager benötigt. Alles sieht danach aus, als wäre das angekündigte Lager nur ein erster Schritt. Mit den genauen Plänen hält das Unternehmen sich aber noch bedeckt.

Zum Vergleich: Der Neubau von Autoteile Winkler gleich nebenan im Gewerbepark Eichhof steht auf einer Fläche von 6500 Quadratmetern. Das Grundstück des riesigen und weithin sichtbaren Komplexes von Henry Kruse ist etwa zehnmal so groß wie das von Winkler, und die Edeka-Fläche wiederum ist drei- bis viermal so groß wie Henry Kruse. Da passt deutlich mehr hin als ein Lager für Obst und Gemüse und für Leergut.

Genau das hatte Edeka Nord jetzt angekündigt. In der verkehrsgünstigen Lage an der Autobahn solle ein neues Frischelager entstehen, weil der aktuelle Standort an der Gadelander Straße in Neumünster keine Erweiterung mehr zulasse. Dort sitzt neben dem Zentrallager auch die Verwaltung von Edeka Nord.

Die frei werdenden Flächen an der Gadelander Straße will Edeka nutzen, um dort die übrigen Sortimente, auch Non-Food, erweitern zu können. Dann müssen die rund 700 Märkte von Edeka Nord allerdings künftig von zwei Neumünsteraner Zentrallagern aus beliefert werden. Darum wird im Handel und im Rathaus von Neumünster spekuliert, dass über kurz oder lang auch weitere Abteilungen an die Autobahn verlegt werden.

Zu den Details ihrer Pläne, über Größen und Termine wollte Edeka Nord sich gestern auf KN-Anfrage nicht äußern, „da der Vertrag noch nicht unterzeichnet wurde“, so die Pressestelle des Unternehmens. Am Dienstag hatte Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras den Entwurf des Kaufvertrags kurzfristig per Dringlichkeit auf die Tagesordnung des Hauptausschusses setzen lassen. Dort wurde er von allen Fraktionen begrüßt und einstimmig genehmigt. Endgültig entscheiden muss aber die Ratsversammlung am 27.März.

Eine gewisse Enttäuschung gibt es allerdings über die Zahl der neuen Arbeitsplätze. Edeka kündigte an, die Zahl im Frische-Bereich könne am neuen Standort perspektivisch von jetzt 170 auf 200 steigen. Das ist nicht der große Wurf, den Olaf Tauras hier landen wollte. Er hatte mehrfach vom „Filet-Grundstück“ gesprochen, das nur für gutes Geld und viele Arbeitsplätze weggehen werde. Dabei sprach er auch von einer drei- bis vierstelligen Zahl neuer Jobs, nicht von einer Verlagerung innerhalb der Stadt.

Dazu sagte Tauras gestern auf Anfrage: „Da die Edeka die Pläne für ihr Vorhaben erst der Politik vorstellen möchte, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht alle Details nennen. Aber so viel: Edeka kann an dem neuen Standort im Norden wachsen. Und mir ist es auch wichtig, ein Unternehmen mit mehr als 1100 Arbeitsplätzen in Neumünster zu halten.“