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Wirtschaft High-Tech und Wellness im Kuhstall
Nachrichten Wirtschaft High-Tech und Wellness im Kuhstall
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09:00 29.08.2018
Von Ulrich Metschies
Auch ein Vorzeige-Kuhstall ist auf der Norla zu besichtigen. Nach entspannender Bürstenmassage genießt Angler-Rind „Saturn“ (Jahresmilchleistung: 9800 Liter) die Streicheleinheiten von Christina Dibbern, Agrarabsolventin der Uni Kiel.  Quelle: Ulrich Metschies
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Rendsburg

Nach außen wirkt alles so wie immer, kurz bevor die Norla ihre Pforten öffnet: Handwerker werkeln an den Messeständen, tiefenentspannte Kühe haben ihren Platz im Vorzeigestall (mit Wellness-Massagebürste) eingenommen, Stapler heben die letzten Landtechnik-Maschinen in Position und ein breites Spektrum von Fahrzeugen glitzert in der Sonne – vom kompakten Aufsitzmäher bis zum riesenhaften Mähdrescher ganz in schwarz. Doch die 69. Ausgabe der führenden Landwirtschaftsmesse im Norden kann natürlich keine ganz normale Norla sein: Die drastischen Einbußen der schleswig-holsteinischen Bauern werden Besucher und Aussteller gleichermaßen beschäftigen.

Mit 570 Ausstellern erneut ausgebucht

 „Wir hatten acht Monate Regen und dann vier Monate Dürre – das war eine fatale Kombination“, sagt Stephan Gersteuer, Generalsekretär des Bauernverbandes Schleswig-Holstein und Geschäftsführer der Messe Rendsburg GmbH. Viele Landwirte hätten derzeit nicht unbedingt im Sinn, sich über die aktuellen Entwicklungen in Landtechnik oder Tierhaltung zu informieren. Dabei sei es gerade jetzt wichtig, „mal aus dem Betrieb raus zukommen, den Kopf nach oben zu kriegen und nach vorne zu blicken“. Und so hoffen die Veranstalter, dass auch in diesem Jahr die Marke von 70.000 Besuchern erreicht wird. Bei den Anbietern steht die Messe einmal mehr hoch im Kurs: Mit gut 570 Ausstellern ist die Norla erneut ausgebucht.

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Landtechnik steht im Mittelpunkt

Tierhaltung und Technik – diese beiden Schwerpunkte auf der Norla wechseln sich regelmäßig ab, in diesem Jahr steht die Technik von Donnerstag bis Sonntag im Mittelpunkt der Fach- und Verbrauchermesse. Wer vermutet, dass es an Treckern, Schleppern oder Mähdreschern langsam nichts mehr zu verbessern gibt, ist auf dem Holzweg: „Das Innovationstempo der Landtechnik ist deutlich höher als bei Baumaschinen“, sagt Messe-Geschäftsfüherer Peter Levsen Johannsen. Mit Hochdruck nutze die Branche die Digitalisierung, um ihre Fahrzeuge und Maschinen effizienter zu machen. Nachdem die GPS-Überwachung von Erntemaschinen längst in der Praxis angekommen sei und auch Drohnen auf den Feldern eingesetzt würden – etwa um Rehkitze zu entdecken und vor dem Mähdrescher schützen zu können – stehe nun der nächste Quantensprung in der Automatisierung an: Robotertechnik, im Stall längst eingezogen, wird künftig auch auf dem Feld zum Einsatz kommen. Gersteuer: „Der Weg zum selbstfahrenden Schlepper ist nicht mehr weit.“