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Wirtschaft Freude über verregneten Messeauftakt
Nachrichten Wirtschaft Freude über verregneten Messeauftakt
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21:59 30.08.2018
Von Ulrich Metschies
Händler unter sich: Kai Maßmann, Andreas Fortmann und Henrik Waschull (von links) begutachten eine Kurzscheibenegge. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
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Rendsburg

Touchpads und großflächige Digitaldisplays, Joystick und Sensortechnik: Die Fahrerkabinen moderner Schlepper und Erntemaschinen haben nichts mehr zu tun mit bäuerlicher Agrarromantik. „Precison-Farming“ ist einer von vielen Trends, mit denen die Technikhersteller punkten wollen.

Innovationen sollen Landwirtschaft nachhaltiger machen

Statt Dünger, Saatgut oder Pflanzenschutzmittel eher grob dosiert aufs Feld zu bringen, können die Landwirte heute exakt bestimmen und überwachen, welche Fläche wie viel Stickstoff oder Herbizid erhält. Auf Basis online-gestützter Softwaresysteme und digital erfasster Bodeneigenschaften funktioniert das Ganze nicht nur Schlag-genau: „Die neue Technik ermöglicht es auch, kleiner Teilflächen optimal zu bearbeiten“, sagt Thomas Gäde, Niederlassungsleiter des Landmaschinenherstellers Claas in Sörup.

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Habecks letzte Messe-Eröffnung als Landwirtschaftsminister

Nicht ohne Wehmut nutzte Robert Habeck (Grüne) seinen letzten Rundgang als Landwirtschaftsminister, um sich über die Technik-Trends in der Branche zu informieren. Gute drei Stunden hatte er am Vortag mit Agrarfunktionären zusammengesessen, um ein letztes Mal in alter Funktion über die Perspektiven der Branche zu sprechen. Einen Konsens? Nein, den habe man auch diesmal nicht gefunden, sagt der Noch-Minister, der mit seiner Kritik an Wachstumsdogma und Ertragsmaximierung in der Branche vielfach angeeckt ist. Doch auch Habeck sieht in der technologischen Entwicklung durchaus erhebliche Vorteile für die Umwelt. So sei vor fünf Jahren auf der Norla eine neue Technik zur Gülleausbringung vorgeführt worden, die Eingang in die Düngeverordnung gefunden habe.

Die Stimmung unter den Ausstellern? Die war natürlich schon mal besser. So erwartet der Gesamtverband Landtechnik Nord, dass Betriebe angesichts massiver Ernteausfälle mit Investitionen vorerst eher zurückhaltend sind. Auf mögliche Erlöseinbußen von fünf bis zehn Prozent stellt sich Michael Müller ein. Doch einen dramatischen Stimmungseinbruch kann der Werksbeauftragte für Schleswig-Holstein des Maschinenherstellers Krone nicht erkennen: „Das ist regional sehr unterschiedlich.“ Wer sich mit neuer Technik versorgen will, muss einiges locker machen. Beispiel: Ein Zweikreis-Mittelschwader von Krone, ein Gerät, das Stroh oder Heu so zusammenfasst, dass es zu Ballen weiterverarbeitet werden kann, kostet rund 24.000 Euro.

Hier sehen Sie weitere Bilder vom 1. Tag der Norla 2018.