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Wirtschaft Verbraucher in Schleswig-Holstein sind verunsichert
Nachrichten Wirtschaft Verbraucher in Schleswig-Holstein sind verunsichert
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08:00 04.11.2019
Von Ulrich Metschies
Per Smartphone lässt sich die Identität beim Online-Banking nachweisen. Quelle: Zacharie Scheurer/dpa (Symbolfoto)
Kiel

Einige Kreditinstitute, so monieren Verbraucherschützer, hätten es versäumt, ihren Kunden deutlich genug aufzuzählen, welche Möglichkeiten es gibt, Zahlungen ohne Tablet oder Smartphone freizugeben.

Nach den neuen EU-Vorgaben zum Zahlungsverkehr („Payment Services Directive“ / PSD2) gilt seit 14. September 2019 für jede Zahlung im Onlinebanking und beim Einkaufen im Internet die Pflicht zur „starken Kundenauthentifizierung“.

Über 1000 Beschwerden sind eingegangen

Das heißt: Nutzer müssen ihre Identität mit zwei von drei Möglichkeiten nachweisen. Dazu gehören „Wissen“ (wie eine Geheimnummer), „Besitz“ (Smartphone, Zahlungskarte) und „Sein“ (etwa Fingerabdruck). Bei der Finanzaufsicht Bafin sind seit Mitte September mehr als 1000 Beschwerden eingegangen, ein großer Teil davon aufgrund der Authentifizierungsregeln.

„Kunden haben sich grundsätzlich über die neuen Verfahren beklagt aber auch über längere Wartezeiten bei der Kontaktaufnahme oder mangelnde Erreichbarkeit der Banken“, sagte eine Bafin-Sprecherin gegenüber KN-online.

Derzeit lasse sich noch nicht beurteilen, ob die Probleme primär auf Fehler der Institute oder Unsicherheiten seitens der Kunden zurückzuführen seien: „Das wird die Bafin im Blick behalten.“

Tabelle: Online-Banking-Verfahren im Überblick

Weitere Beschwerdewelle im Dezember befürchtet

Zu einer weiteren Welle von Beschwerden könnte es Mitte Dezember kommen. Grund: Einige Banken – darunter die Kieler Förde Sparkasse – verlangen von ihren Kunden erstmalig 90 Tage nach Einführung der neuen Standards die Legitimation mit Geheimnummer plus einen weiteren Legitimationsfaktor.

Verbraucherschützer haben bereits eine erste Abmahnung erteilt – und zwar an die Commerzbank. Wer sich bei dem Geldinstitut per SMS eine Transaktionsnummer (Tan) schicken lässt, um sich zu authentifiziert, müsse für jede Anmeldung zwölf Cent bezahlen, kritisieren die Verbraucherschützer. Laut BGH-Entscheid dürfe die Tan-SMS nur etwas kosten, wenn sie auch eine Überweisung auslöst.

Online-Banking-Probleme bei Postbank auf Streik zurückzuführen

Bislang waren etwa bei der Postbank Probleme schon im Vorfeld des PSD2-Stichtages bekanntgeworden. So waren Logins nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich, der Kundenservice kaum erreichbar. Ein Sprecher der Bank bestätigte das, erklärte aber, dass keine technischen Probleme dahinter stünden.

Grund sei vielmehr ein Streik in einer Service-Einheit gewesen. Hakler soll es auch bei Commerzbank und Tochter Comdirect gegeben haben. Die Banken erklärten auf Anfrage einhellig, die Umstellung habe technisch gut funktioniert.

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