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Wirtschaft Provinzial-Mitarbeiter protestieren
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00:16 08.12.2012
Von Ulrich Metschies
Nach der Betriebsversammlung zogen die Mitarbeiter durch die Kieler Innenstadt. Quelle: Pregla
Kiel

„Dies ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Kampfansage“, erklärte ver.di-Sprecher Frank Schischefsky. Eine Übernahme durch die Allianz sei für die Provinzial eine „mittelschwere Katastrophe“. Interessiert sei der Versicherungskonzern lediglich an den Kunden und Vertriebswegen der Provinzial, „aber nicht an den Arbeitsplätzen.“

Landes- und Kommunalpolitiker aller Parteien müssten Druck auf die Eigentümer des Regionalversicherers ausüben, um einen Verkauf auf jeden Fall zu verhindern, so Schischefsky. Mit E-Mails, Unterschriftensammlungen und weiteren Aktionen wollen die Mitarbeiter die Öffentlichkeit mobilisieren. Wütend sind viele in der Belegschaft vor allem auf Reinhard Boll, den Präsidenten des Schleswig-Holsteinischen Sparkassenverbandes. „Wenn Herr Boll nicht zu uns kommt, dann werden wir zu ihm kommen“, sagte Provinzial-Betriebsratsvorsitzende Kerstin David.

Wenig Konkretes hatten die Mitarbeiter zuvor bei einer Betriebsversammlung im Cinemaxx erfahren. Vorstandsvertreter beriefen sich ihre Verschwiegenheitspflicht, versicherten den Mitarbeitern jedoch, alles zu tun, um Jobs, Standorte und regionale Verankerung der Provinzial zu erhalten. Nach Medienberichten ist die Allianz inzwischen bereit, 2,5 Milliarden Euro für die Provinzial zu zahlen. Eigentümer des Unternehmens mit Sitz in Kiel und Münster sind die Sparkassenverbände Schleswig-Holstein und Westfalen, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe und der ostdeutsche Sparkasseverband.

Die Provinzial Nordwest verwaltet Kapitalanlagen von fast 21 Milliarden Euro und führt 9,7 Millionen Versicherungsverträge. Damit belegt der Konzern nach eigenen Angaben Platz 17 unter den deutschen Versicherern.

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Nach tagelangem Schweigen hat der Sparkassenverband Schleswig-Holstein erstmals eingeräumt, den Verkauf der Provinzial zu prüfen. „Die Eigentümer wollen sehr zeitnah entscheiden, ob ein Verkauf überhaupt und wenn ja, zu welchen Bedingungen infrage kommt“, hieß es nach einer Tagung. Die Verunsicherung bei der Belegschaft ist groß.

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