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Wirtschaft Razzia bei Paketdienst Hermes
Nachrichten Wirtschaft Razzia bei Paketdienst Hermes
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14:40 07.06.2018
Ermittler der Bundespolizei haben Büroräume eines Transportunternehmens durchsucht. Quelle: dpa
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Harrislee/Osterrönfeld

Nach Angaben von Bundespolizei-Sprecher Matthias Menge begann der Einsatz um 7.30 Uhr, gegen 9 Uhr trafen die Kräfte an den einzelnen Orten ein. Darunter waren insgesamt neun Standorte des Paketdienstes in Schleswig-Holstein: Harrislee (Kreis Schleswig-Flensburg), Osterrönfeld (Kreis Rendsburg-Eckernförde), Ellerau, Kaltenkirchen (beide Kreis Segeberg) und zwei Standorte in Neumünster. Auch in Salzgitter (Niedersachsen) und Krefeld in Nordrhein-Westfalen wurden Geschäftsräume durchsucht und Personen überprüft. Das berichten die „Kieler Nachrichten“.

„Gegen fünf Hauptbeschuldigte wird wegen gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern ermittelt“, sagte Menge. Der Paket-Zusteller steht im Verdacht, Osteuropäer mit falschen Papieren ausgestattet und illegal beschäftigt zu haben.

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Zentrum des von den Ermittlern angenommenen Netzwerks, das aus Schleswig-Holstein die Strippen gezogen haben soll, ist Harrislee. Hier trafen die Einsatzkräfte auch drei der Hauptbeschuldigten an. 20 bis 30 Fahrer wurden auf Personalien und Arbeitspapiere überprüft.

280 Kräfte im Norden und Westen im Einsatz

Laut Menge waren insgesamt 280 Kräfte im Einsatz. Die Bundespolizei Bad Bramstedt wurde dabei von den Inspektionen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen unterstützt, auch die Bereitschaftsbundespolizei war vor Ort. Der Zoll half beim Überprüfen von Arbeitsverträgen und zur Aufklärung möglicher Schwarzarbeit.

Grundlage für die Aktion seien monatelange Ermittlungen nach entsprechenden Hinweisen, sagte Menge: „Uns ging es heute um weitere Beweismittel, die wir feststellen wollten.“ Festnahmen gab es bei den Razzien daher zunächst nicht. Der Einsatz laufe aber noch, so Menge.

Im Laufe des Tages sei auch eine erste Bilanz zu erwarten. Zuvor hatte NDR 1 Welle Nord darüber berichtet.

Von RND/KN