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Wirtschaft "Region kann Probleme nicht alleine lösen"
Nachrichten Wirtschaft "Region kann Probleme nicht alleine lösen"
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08:06 29.01.2013
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Christoph Andreas Leicht hat sich bewusst nicht für eine zweite Amtszeit beworben. Quelle: dpa
Lübeck

Die norddeutschen Bundesländer müssen nach Ansicht des Präses der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck, Christoph Andreas Leicht, enger zusammenarbeiten. Jedem der Länder Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern fehle mindestens ein wichtiger Standorttyp, so dass Kooperation überlebenswichtig sei, sagte Leicht. Die Zukunft des Föderalismus werde im Norden Deutschlands entschieden, sagte er. Leicht gibt Ende Januar nach drei Jahren sein Ehrenamt an der Spitze der IHK ab.

„Wir sind mehr und mehr darauf angewiesen, dass die Regionen über den Tellerrand hinausschauen, weil sie die Probleme der Zukunft alleine nicht mehr lösen können. Das haben auch die Industrie- und Handelskammern im Land erkannt“, sagte Leicht. Die Wirtschaftsgeographie Schleswig-Holsteins mache ein Denken in größeren Zusammenhängen erforderlich, zum Beispiel bei der Landesplanung oder der Schulpolitik. „Wir brauchen kein Gastschulabkommen, sondern einen Bildungsstaatsvertrag mit Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Nur so können wir Fachkräfte im Land halten, die wir angesichts des demographischen Wandels dringend brauchen“, sagte der Präses.

Auf die wichtigsten Ereignisse seiner Amtszeit angesprochen, sagte Leicht: „In meine Amtszeit als Präses fielen wichtige Entscheidungen für die Region, wie der Kampf um die Universität Lübeck, der zu einem Schulterschluss von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik geführt hat“, sagte Leicht. Weitere wichtige Ereignisse seien die Verabschiedung des Strategiepapiers „Schleswig-Holstein 2030 “ der IHK Schleswig-Holstein und parallel dazu ein entsprechendes Konzept für die Hansebelt-Region gewesen. „Damit haben wir zum ersten Mal in der Geschichte der IHK Lübeck gemeinsam mit den Unternehmern eine stabile, langfristige und nachhaltige Wirtschaftsstrategie erarbeitet, die weit über unseren Kammerbezirk hinausgreift“, sagte Leicht.

Der 50-Jährige, der im Hauptberuf Geschäftsführer und persönlich haftender Mehrheitsgesellschafter des Hansa-Parks in Sierksdorf ist, hat sich bewusst nicht für eine zweite Amtszeit beworben. „Ehrenamt lebt vom Wechsel, der frisches Blut und neue Ideen bringt“, begründete er seine Entscheidung. „Das Präsidialamt war eine interessante und herausfordernde Aufgabe. Für mich ist es ein sehr befriedigendes Gefühl, sich pflichtbewusst für die Region eingesetzt zu haben“, sagte er.