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Wirtschaft Öko setzt sich im Norden durch
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21:11 27.02.2017
Von Christian Hiersemenzel
Auf dem Biobauernhof von Andreas Koch in Wisch laufen die Rinder durch den Stall. Im Norden gibt es 600 Öko-Landwirte. Quelle: Sonja Paar
Rendsburg

Aktuell werden damit etwa fünf Prozent des landwirtschaftlichen Areals ökologisch genutzt.

Habeck bezeichnete die Entwicklung am Montag bei einer Fachtagung in Rendsburg, wo sich mehr als 350 Teilnehmer der Branche zum Erfahrungsaustausch trafen, als großen Erfolg. Seit Beginn der Legislaturperiode habe man Biobauern intensiv gefördert, sie beraten, ihre Ausbildung unterstützt und ein Netzwerk geschaffen. „Das Ergebnis belohnt jetzt unsere gemeinsamen intensiven Anstrengungen. 2017 werden wir diese Erfolgsgeschichte fortschreiben“, sagte er. Ein Indiz sei die Zahl der Beratungen für Unternehmer, die ihren Betrieb von konventionell auf öko umstellen wollen. „Deshalb können wir auch dieses Jahr mit einem Flächenzuwachs von mehreren tausend Hektar rechnen.“

 Die Betriebsfläche im Ökolandbau hat sich seit Jahren kontinuierlich vergrößert. Vor vier Jahren verfügte ein Biobauer mit durchschnittlich 16 Hektar noch über relativ wenig Land und konnte davon kaum seinen Hauptlebenserwerb bestreiten. Im vergangenen Jahr waren es 89 Hektar. 38 Prozent der Umstellungsbetriebe bewirtschafteten sogar mehr als 100 Hektar. Der Flächenzuwachs zeige, dass die Maßnahmen der Landesregierung effektiv wirken.

 Aktuell wirtschaften etwa 600 Bauern im Norden alternativ, obwohl ihre Rahmenbedingungen vergleichsweise schlecht sind. Die überwiegend schweren, fruchtbaren Böden Schleswig-Holsteins, von der Geest einmal abgesehen, bescheren konventionellen Landwirten bei entsprechender Düngung ungleich höhere Erträge. Umso wichtiger ist dem grünen Minister die gezielte Öko-Förderung, deren Sätze während seiner Amtszeit maßgeblich erhöht wurden: Wer nach der ebenfalls geförderten Umstellungsphase am Öko-Betrieb festhält, erhielt 2011 noch 137 Euro pro Hektar und Jahr. Inzwischen sind es 234 Euro. Für die ersten beiden Umstellungsjahre wurden die Prämien um 100 auf nunmehr jeweils 364 Euro angehoben.

 „Der Ökolandbau leistet für die Gesellschaft enorm viel“, stellte Habeck fest. „Er hilft dem Gewässerschutz und der Artenvielfalt. Das sind Leistungen, die der Markt nicht vergütet.“ Staatliche Fördermaßnahmen seien deshalb „allemal angemessen“. Schleswig-Holstein liegt mit seiner Unterstützung längst nicht am oberen Ende der Skala, wie ein Blick auf andere Bundesländer zeigt. Das CSU-regierte Bayern zahlt in den ersten beiden Jahren 350 Euro pro Hektar und anschließend 273 Euro – in Bayern mit seinen vielen vergleichsweise kleinen Betrieben werden 7,3 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen ökologisch bewirtschaftet. Niedersachsen zahlt 403 Euro und danach ebenfalls 273 Euro, und in Nordrhein-Westfalen gibt es sogar 520 (260) Euro. Am wenigsten ist der Ökolandbau den Ländern Berlin/Brandenburg (209/209 Euro) und dem Saarland (225/189 Euro) wert.

 Nach Angaben einer Ministeriumssprecherin sind es vor allem Milchvieh- und Rinder haltende Betriebe, die in den vergangenen beiden Jahren auf Bio umgestellt haben. Aufgrund stabilerer und höherer Preise seien die Biomilchbetriebe von der Milchkrise nicht so stark betroffen gewesen wie ihre Kollegen. Habeck wundert das nicht. „Ökolandbau ist für immer mehr Betriebe eine Alternative zum System ’Wachse oder weiche’.“

Das Finanzministerium in Kiel hat offiziell bestätigt, dass für die zum Verkauf stehende HSH Nordbank zahlreiche Interessenbekundungen abgegeben wurden. „Der erste Schritt des Privatisierungsverfahrens ist mit dem Eingang zahlreicher Interessenbekundungen abgeschlossen“, teilte das Ministerium mit.

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