Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Wirtschaft Ein turbulentes Dräger-Jahr
Nachrichten Wirtschaft Ein turbulentes Dräger-Jahr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:28 11.03.2015
Von Ulrich Metschies
Die Sparte Sicherheitstechnik trägt gut ein Drittel zum Dräger-Umsatz bei: Produktion von Röhrchen für Gasmessgeräte in Lübeck. Quelle: Heiko Schaffrath
Lübeck

Nachdem ein starker Euro dem Unternehmen zunächst schwer zu schaffen machte, spielt nun die Talfahrt der Gemeinschaftswährung den Lübeckern kräftig in die Karten.

 Bereinigt um Wechselkursveränderungen kletterte der Auftragseingang um 2,8 Prozent auf 2,41 Milliarden Euro, der Umsatz legte sogar um vier Prozent auf 2,43 Milliarden Euro zu. Dass das Ergebnis vor Zinsen und Steuern dennoch um 11,1 Prozent auf 178,6 Millionen Euro einbrach, führt Stefan Dräger vor allem auf Währungseffekte zurück: „Der Kurs des Euro hat sich insgesamt negativ auf unser Ergebnis ausgewirkt“, sagte der Vorstandschef gestern bei der Bilanzvorlage in Lübeck. Doch es gab noch andere Faktoren, die die Dräger-Kasse deutlich leiser klingeln ließen: So schwächelte das Geschäft mit Medizintechnik in den wichtigen Märkten USA und China, und der besonders margenstarke Verkauf von Geräten entwickelte sich – verglichen mit dem Wartungs- und Service-Geschäft eher zögerlich.

 Mit Hochdruck arbeitet Dräger weiter an drei Programmen, die das Unternehmen fit für die Zukunft machen sollen. Unter anderem werden teure Doppelstrukturen – etwa in der IT – abgebaut, Prozesse gestrafft, und Innovationen deutlich schneller als bislang auf den Markt gebracht. Dräger betonte ausdrücklich, dass der Abbau von Arbeitsplätzen nicht das Ziel sei.

 Im abgelaufenen Jahr hat Dräger die Zahl seiner Arbeitsplätze weltweit um drei Prozent auf gut 13700 erhöht, in Lübeck beschäftigt der Konzern rund 5000 Mitarbeiter. Wie berichtet, investiert Dräger knapp 71 Millionen Euro, um an seinem Stammsitz eine „Zukunftsfabrik“ zu errichten.

 Für das laufende Jahr erwartet Dräger ein Wachstum von zwei bis fünf Prozent. Die Marge vor Steuern und Zinsen (Ebit) soll bei sechs bis acht Prozent liegen; das entspricht ungefähr dem Stand des Vorjahres von 7,3 Prozent.

 Die Familie Dräger hält mit 72 Prozent der Stammaktien die Mehrheit an dem Unternehmen. Zum Produktprogramm in der Medizintechnik gehören unter anderem Anästhesie-Arbeitsplätze, Geräte zur Patientenüberwachung und Beatmungseräte für die Intensivmedizin. Die Sicherheitstechnik rüstet beispielsweise Feuerwehren mit Helmen und Schutzanzügen aus und stellt Alkoholmessgeräte für die Polizei her.