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Wirtschaft Siemens geht unter die Reeder
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07:00 05.12.2016
Von Frank Behling
Über eine riesige Bugklappe samt Rampe können auf der „Rotra Vente“ mehrere hundert Tonnen schwere Windanlagen an Bord rollen und sicher gestaut werden. Quelle: Frank Behling
Hamburg

Zusammen mit dem dänischen Logistikpartner Deugro A/S hat Siemens zwei Containerschiffe zu Frachtfähren umbauen lassen. Die „Rotra Vente“ hat jetzt als erstes Schiff den Betrieb aufgenommen und bereits mehrere Anlagen von Apenrade durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Esbjerg an der Nordsee gebracht. Dabei war der Transport via Kanal zwar fast 300 Kilometer länger als über Land – aber auch deutlich günstiger als der Schwertransport über die Autobahnen. Das 141 Meter lange Schiff kann pro Fahrt mehrere Maschinenhäuser für Acht-Megawatt-Anlagen laden und wird künftig auch den Produktionsstandort Cuxhaven mit den Installationshäfen an Nord- und Ostsee verbinden.

Zusammenarbeit mit den Niederlanden

Ein Schwesterschiff „Rotra Mare“ soll im Frühjahr 2017 folgen. Die beiden Frachter stammen aus einer Serie von Containerschiffen der niederländischen Flinter-Gruppe. Sie wurden 2008 in China gebaut, aber wegen Auftragsmangel in den Niederlanden aufgelegt. Zusammen mit einer niederländischen Reederei und Deugro entwickelte Siemens sein Transportkonzept.

Im Frühjahr 2015 begannen die Umbauarbeiten auf der niederländischen Werft Holland Shipyard. Die beiden 141 Meter langen Frachter hatten vorher eine Ladekapazität von 890 Standardcontainern (TEU), sie können bis zu 6500 Tonnen laden. Zur neuen Ausstattung zählt jetzt eine riesige Bugklappe mitsamt Rampe. Über diese Schwergut-Anlage können mehrere hundert Tonnen schwere Windanlagen an Bord rollen und sicher gestaut werden. Ein verschiebbares Teleskop-Dach schützt die Maschinenhäuser in Fahrt vor dem Salzwasser. In Häfen ohne Roll-on-Roll-off-Rampen lässt sich zum Löschen der Ladung per Kran das Dach verschieben. Die „Rotra Vente“ kann aufgrund der Flexibilität auch neun Turmsegmente oder drei bis vier Rotorblattsätze laden.

Vertrag wurde erst vor einem Jahr unterschrieben

„Mit dem Ro-Ro-Transportschiff ‚Rotra Vente‘ beginnt eine neue Ära der Offshore-Wind-Logistik“, sagt Michael Hannibal, CEO Offshore bei Siemens Wind Power. „Sobald unsere Fabriken im britischen Hull und in Cuxhaven ihre Produktionen hochfahren und beide Transportschiffe unser Netz von Installationshäfen verbinden, sinken unsere Transportkosten gegenüber heute um 15 bis 20 Prozent. Damit leisten wir einen erheblichen Beitrag, um Offshore-Windstrom preiswerter zu machen“, erklärt Hannibal. Bislang erfolgte der Transport mit speziell gecharterten Schwergut-Schiffen, Pontons oder Kranschiffen.

„Erst vor einem Jahr haben wir den Vertrag über das innovative Logistikkonzept unterschrieben und schon jetzt haben wir dieses hochwirtschaftliche Schiff in Betrieb genommen“, sagt Richard Thomsen, Direktor Windlogistik bei Deugro. Die „Rotra Vente“ hat mit den ersten Transporten ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Das Schwesterschiff „Rotra Mare“ wird für den Transport von Türmen und Rotorblättern optimiert. Es liegt zurzeit in den Niederlanden in der Endausrüstung. Dieser Frachter wird im Laderaum Platz für zwölf Rotorblätter haben und soll zwischen den Werken im britischen Hull und im dänischen Aalborg sowie den jeweiligen Installationshäfen verkehren.

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