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Wirtschaft Rüstungsindustrie mit mehr Personal
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18:04 16.08.2019
Von Frank Behling
Der Marineschiffbau bei TKMS in Kiel ist auf Jahre ausgelastet. Quelle: Frank Behling
Kiel

"Für die Wehrtechnik-Unternehmen in Schleswig-Holstein stellt sich die wirtschaftliche Lage trotz schwieriger Markt- und Wettbewerbsbedingungen weiterhin zufriedenstellend dar", sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Wehrtechnik, Dieter Hanel. Investitions- und Personalplanung seien stabil.

In den 30 Unternehmen sind erstmals seit 1992 wieder 6400 Mitarbeiter beschäftigt. "Und die meisten Unternehmen wollen auch weiter Personal einstellen", sagt Dieter Hanel, Vorsitzender des Arbeitskreises Wehrtechnik. U-Boote, Korvetten, Torpedos, Schützenpanzer und Luftfahrttechnik sind weiter die wichtigsten Erzeugnisse der wehrtechnischen Unternehmen aus Schleswig-Holstein.

Werften sind die wichtigste Säule

4500 Menschen arbeiten allein im Marineschiffbau in Schleswig-Holstein, weitere 1400 sind in der Produktion von Landsystemen beschäftigt. "Einige Unternehmen sind sogar Weltmarktführer", so Hansel mit Blick auf die U-Boote von TKMS in Kiel. Allein bei TKMS soll die Belegschaft im dreistelligen Bereich ausgestockt werden. Bei TKMS sind die Auftragsbücher bis 2025 gefüllt. Weitere Aufträge aus Norwegen stehen kurz vor der Unterzeichnung.

Der Exportanteil liegt bei den schleswig-holsteinischen Rüstungsunternehmen unverändert bei 50 bis 70 Prozent. "Von den 33 relevanten Aufträgen der letzten fünf Jahre entfallen 80 Prozent auf den Export", so Hanel. Besonders in Nahost und in Asien sind Rüstungsgüter aus Schleswig-Holstein gefragt.

Trendwende der Bundeswehr ist noch nicht angekommen

Mit großen Erwartungen blickt die Industrie auch auf die Ankündigung der Bundesregierung zur Erhöhung der Anstrengungen bei der Ausrüstung für die Bundeswehr. "Die Auswirkungen der Trendwende Material und der Trendwende Finanzierung für die Bundeswehr können die Unternehmen aber noch nicht abschätzen. Mein Eindruck ist, dass da den Versprechungen noch Taten folgen müssen", so Hanel

Trotz der guten Auftragslage sieht der Arbeitskreis Wehrtechnik Handlungsbedarf. Neben der Anhebung der deutschen Verteidigungsausgaben fordert der Arbeitskreis eine Angleichung der Wettbewerbsbedingungen in der EU. Weiter fordern die Unternehmen europaweit einheitliche Beschaffungsverfahren und Zulassungsvorschriften für militärische Systeme.

Lesen Sie auch: Das Geschäft mit dem Risiko - eine Multimediareportage über die Rüstungsindustrie in SH

Exportauflagen benachteiligen deutsche Unternehmen

Mit Blick auf den Export wirken die anhaltenden Probleme mit den Genehmigungen durch das Bundeswirtschaftsministerium als größter Bremsschuh. Allein die langen Bearbeitungszeiten wurde von vielen Unternehmen als Problem angegeben. Die restriktive deutsche Exportpolitik behindere das Zusammenwachsen europäischer Unternehmen. Gerade bei gemeinsamen Programmen mit Nachbarstaaten wirke sich die Unsicherheit über die deutschen Lieferzusagen negativ aus. "Es gibt inzwischen Projekte, bei denen sogar mit ’German-free’ geworben werden, wenn es um Zulieferungen gehe. Das sei schon sehr bedenklich", so Hanel

Lesen Sie zum Marineschiffbau auch den Kommentar von Frank Behling

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