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Wirtschaft Rüstungsschmieden: Rheinmetall will Krauss Maffei schlucken
Nachrichten Wirtschaft Rüstungsschmieden: Rheinmetall will Krauss Maffei schlucken
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13:07 13.03.2019
Schon jetzt ein Gemeinschaftsprojekt von Rheinmetall und KMW: Der deutsche Kampfpanzer Leopard 2A7. Quelle: dpa
Düsseldorf

Der Rüstungskonzern Rheinmetall nimmt die Übernahme des Konkurrenten Krauss Maffei Wegmann (KMW) weiter ins Visier. Man sei auf einem guten Weg, sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger am Mittwoch in Düsseldorf. „Wir haben gesprochen und es gibt eine Bereitschaft, dass man Anteile bekommen kann.“

Es geht um den 50-Prozent-Anteil von KMW an der deutsch-französischen Rüstungsholding KNDS, die zur anderen Hälfte dem staatlichen französischen Unternehmen Nexter gehört. Beide Firmen haben ihre Geschäfte in diese Holding eingebracht – kauft Rheinmetall den KMW-Anteil, würde es den Münchner Konzern schlucken.

KNDS war 2015 gegründet worden, um künftige militärische Großprojekte gemeinsam zu stemmen - es geht vor allem um einen komplett neu entwickelten Kampfpanzer der Zukunft, der 2030 fertig sein könnte. Passiert ist seit der Firmengründung aber wenig.

Knackpunkt für die Übernahme ist nach Darstellung von Papperger ein Vorkaufsrecht der Franzosen. Die Übernahme sei letztlich eine politische Angelegenheit, man verhandele mit der Bundesregierung und der französischen Regierung, sagte er. Der deutsche Manager deutete an, dass es in Paris noch Vorbehalte gebe.

Würde Rheinmetall bei KNDS einsteigen, würde die deutsche Seite in dem Gemeinschaftsunternehmen wesentlich gestärkt. Branchenexperten zufolge könnte Rheinmetall auf lange Sicht eigenes Geschäft in die Holding einbringen, wodurch der Anteil der Düsseldorfer auf bis zu 75 Prozent steigen könnte. Papperger sagte zwar, man wolle „am liebsten 51 Prozent“ und damit die Mehrheit. Er räumte aber ein, dass dies aufgrund der Haltung Frankreichs schwierig sein dürfte.

KMW mit Sitz in München ist ein Familienunternehmen, von ihm stammt zum Beispiel die Karosserie des Leopard-Panzers, dessen Kanone wiederum ist von Rheinmetall. Die beiden Firmen sind bisher also nicht nur Konkurrenten, sondern mitunter auch Geschäftspartner. 

Rheinmetall auf Wachstumskurs

Rheinmetall rechnet unterdessen mit einem Umsatzplus 2019 von neun bis elf Prozent in der Verteidigungssparte, sagte Konzernchef Papperger. Damit würde sich das ohnehin schon brummende Geschäft noch verbessern - im vergangenen Jahr hatte die Sparte ein Umsatzplus von 6,1 Prozent auf 3,22 Milliarden Euro verbuchen können. Zudem soll der Bereich noch profitabler werden als bisher. Papperger begründete die Entwicklung mit weltweit steigenden Rüstungsausgaben.

Längst nicht so gut läuft es hingegen in der Autozulieferer-Sparte, die 2018 um 2,4 Prozent auf 2,93 Milliarden Euro zulegte. Wegen der sich abkühlenden Autokonjunktur rechnet Rheinmetall dort im Gesamtjahr 2019 aber mit einem „Null-Wachstum“, der Umsatz wird sich der Prognose zufolge zwischen null und einem Prozent plus entwickeln. Rheinmetall hat weltweit rund 25 000 Mitarbeiter, fünf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Etwa die Hälfte ist im Ausland - dieser Anteil blieb unverändert.

Von RND/dpa