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Wirtschaft Ein Kino zum Aufblasen
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21:38 05.12.2016
Von Volker Rebehn
Die Entwicklung des aufblasbaren Airdomes kostete einen sechsstelligen Betrag. Den Anstoß gab das Helmholtz-Zentrum in Geesthacht, das ein mobiles Kino für seine wissenschaftlichen Publikationen suchte. Quelle: Volker Rebehn
Schinkel

Seit 1984 entwickeln, konstruieren und bauen Dieter Profitlich und Jürgen Holst luftgetragene Objekte. Die neueste Entwicklung ihres Teams: Ein mobiles, aufblasbares 360-Grad-Kino für Fulldome-Projektionen. Tests auf dem Firmengelände verliefen positiv.

Verkaufen oder vermieten

Wer schon einmal Filmproduktionen im Mediendom der Fachhochschule Kiel erlebt hat, ist von den faszinierenden Rundumbildern an der großen Kuppel begeistert. „Wir bieten auch ein Fulldome-Kino, wollen aber nicht herumziehen und ein Programm wie im Mediendom anbieten“, sagt Dieter Profitlich. Vielmehr soll der mobile Airdome verkauft oder vermietet werden. Eine Konkurrenz sieht auch Eduard Thomas nicht: „Es ist gut, dass es außerhalb des Mediendoms mobile Möglichkeiten gibt“, sagt der Mediendomdirektor. Den Anstoß für die Neuentwicklung, so Profitlich, habe das Helmholtz-Zentrum Geesthacht gegeben. Das suchte vor zwei Jahren für seine wissenschaftlichen Produktionen ein mobiles Kino und startete eine entsprechende Ausschreibung.

In sehr guter Qualität

Mehrere Angebote wurden abgegeben, die Schinkeler bekamen den Zuschlag. Ihre Idee: Auf der Basis ihres 2012 gestarteten Airdome-Konzepts entwickelten sie ein aufblasbares, igluförmiges Zelt, in dem die neue Technik für Fulldome-Projektionen genutzt werden kann. Das Problem, eine möglichst glatte, störungsfreie Projektionsfläche zu schaffen, lösten sie, indem sie eine zweite Haut im Zeltinneren mittels Unterdrucktechnik auf die Zeltwand aufzogen. Die Leinwand ist exakt kugelförmig. Dank fünf Projektoren, entsprechender Computer- und Audiotechnik können Fulldome-Produktionen in sehr guter Qualität gezeigt werden.

Highlight auf der Bürgermeile SH

Das Zelt wurde auf dem diesjährigen Tag der Deutschen Einheit in Dresden aufgebaut und gehörte zu den Highlights auf der Bürgermeile Schleswig-Holsteins. Die Küstenforscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht zeigten in der mobilen Kuppel den Film „Uhrwerk Ozean“. „Danach erhielten wir sehr viele Anfragen, konnten Interessierten später aber nichts Vorzeigbares präsentieren“, sagt Dieter Profitlich. Daher entschloss sich das Schinkeler Unternehmen, einen neuen Airdome zu bauen. Der ist mittlerweile fertig, „schwebt“ auf dem Firmengelände und erregt großes Interesse. Gut 30 Leute finden in diesem 75 Quadratmeter großen Airdome Platz, der in etwa zwei Stunden aufgebaut werden kann: ausrollen, positionieren, aufblasen – fertig. Abspannungen gibt es nicht, Erdnägel und das innenliegende Wasserballastierungssytem halten die Konstruktion, die beheizbar ist und über ein flexibles Beleuchtungskonzept verfügt, am Boden.

"Menschen neu begeistern"

Laut Profitlich liegen die Entwicklungskosten bei ungefähr 100 000 Euro. 50 000 bis 400 000 Euro müsste ein Kunde je nach Ausstattung des mobilen Domes und der Qualität der Produktionstechnik ausgeben. Er erhielte dafür einen nach individuellen Wünschen konstruierten Dome. „Wir sehen einen großen Markt“, sagt Jürgen Holst. Der Dome eigne sich nicht nur als Kino, sondern auch für wissenschaftliche Darstellungen, Electronic Arts, Computerspiele oder Produktwerbung. Firmen, Planetarien, Wissenschaftler oder auch Fußballbundesligaklubs hätten bereits Interesse signalisiert. „Sie alle möchten Menschen neu begeistern. Unser Team bietet dafür die Möglichkeit.“

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