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Wirtschaft 125 genehmigte Windräder noch immer nicht in Betrieb
Nachrichten Wirtschaft 125 genehmigte Windräder noch immer nicht in Betrieb
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08:45 05.09.2019
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres seien laut Ministerium weitere 30 Anlagen in Schleswig-Holstein genehmigt worden. In Betrieb gingen bis Jahresmitte aber nur zwei Anlagen. Quelle: Patrick Pleul
Kiel

„Es ist sehr unbefriedigend, dass deutlich weniger gebaut wird als wir genehmigen“, sagte Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne).

Unterdessen rutscht die Windkraftbranche immer tiefer in die Krise: Nachdem im vergangenen Jahr bereits 26000 Arbeitsplätze verloren gingen, blieben nach Angaben der IG Metall allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bundesweit bis zu 10000 Jobs auf der Strecke.

Bis Jahresende sollen weitere 60 Windkraftanlagen genehmigt werden

„Im Bereich Windkraftausbau werden zurzeit wichtige Investitionen nicht getätigt“, beklagte Albrecht. Der Grüne widersprach zugleich der Windbranche, die das Ministerium wegen der langwierigen Genehmigungsverfahren für den stockenden Ausbau der Windkraft in Schleswig-Holstein mitverantwortlich macht. Im vergangenen Jahr habe das Ministerium 24 Ausnahmegenehmigungen für Windkraftanlagen erteilt, sagte Albrecht.

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In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres seien weitere 30 Anlagen genehmigt worden. In Betrieb gingen bis Jahresmitte aber nur zwei Anlagen. Albrecht kündigte einen Schwung weiterer Ausnahmegenehmigungen an. Bis Jahresende sollen weitere 60 folgen.

Windkraft in Schleswig-Holstein: Klagen von Naturschützern

Der Landesverband Windenergie (BWE) konterte. „Jeder Windmüller, der in Schleswig-Holstein eine Genehmigung erhält, wird auch bauen“, sagte Sprecherin Jana Lüth. Dafür habe der Investor aber zwei Jahre Zeit. Allerdings gebe es auch Bauhemmnisse, etwa Klagen von Naturschützern. Der frühere BWE-Landesvorsitzende Reinhard Christiansen verwies auf die lange Realisierungsphase. Er habe im Frühjahr vom Ministerium eine Genehmigung für einen Bürger-Windpark mit fünf Anlagen erhalten und im Mai den Zuschlag von Netzagentur bekommen. „Die Lieferzeit der Anlagen beträgt zwölf Monate.“ Der Windpark könne erst Mitte 2020 ans Netz gehen.

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Die schlechte Situation gehe auf „die Kappe der Politik“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. Vor allem mit der Deckelung des Ausbaus sowie der Einführung des Ausschreibungsmodells habe sie der Branche „immens geschadet“. Aber auch die wechselnden Rahmenbedingungen, Defizite bei der Landesplanung und den Genehmigungsverfahren seien Gründe für die Flaute.

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