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Wirtschaft Senvion: Keine Unterstützung vom Land
Nachrichten Wirtschaft Senvion: Keine Unterstützung vom Land
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19:04 21.08.2019
Von Ulf Billmayer-Christen
Der Windanlagenhersteller Senvion hatte im April 2019 die Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Quelle: Joerg Boethling (Archiv)
Kiel/Büdelsdorf

Die Zukunft des insolventen Windanlagenherstellers Senvion könnte sich noch in dieser Woche klären. Nach Informationen von KN-online sollen mögliche Investoren ihre Angebote und Konzepte bis Freitag vorlegen. Angeblich gibt es mehrere Interessenten, das allerdings nur für Teile des Unternehmens. Klar ist, dass das Land Senvion und auch eine geforderte Transfergesellschaft finanziell nicht unterstützen kann.

Im Wirtschaftsausschuss des Landtags informierte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) am Dienstag die Abgeordneten hinter verschlossenen Türen über den Stand bei Senvion. Im Anschluss ließen mehrere Politiker durchblicken, dass eine Übernahme des gesamten Unternehmens mit rund 4000 Mitarbeitern in Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein unwahrscheinlich sei. Wenn sich ein Investor finde, dann vermutlich nur für Sahnestückchen, hieß es.

Zukunftschance hat der Senvion-Standort Büdelsdorf

Eine Zukunftschance hätte demnach der Standort Büdelsdorf, wo Windkraftanlagen gewartet oder repariert werden. Schlechtere Karten hätte der Standort Osterrönfeld. Dort liegt der Schwerpunkt auf der Fertigung neuer Anlagen. Betroffen sind an beiden Standorten insgesamt rund 800 Mitarbeiter.

Lesen Sie auch: Senvion-Zerschlagung wird immer wahrscheinlicher

Die Hoffnung auf eine Art Auffanggesellschaft, in der Fachkräfte vorerst weiter beschäftigt werden, hat unterdessen einen Dämpfer erhalten. Nach Informationen von KN-online hat das Kabinett eine Beteiligung des Landes an einer Transfergesellschaft geprüft – und verworfen, weil das EU-Recht einen derartigen Staatseingriff in den Wettbewerb nicht zulässt.

Verlassen Fachkräfte Schleswig-Holstein?

Im Landeshaus wird das bedauert. Ein Grund: Unter den Mitarbeitern in Büdelsdorf und Osterrönfeld sind viele Fachkräfte, die im Fall eines Jobverlusts etwa in Hamburg anheuern könnten und damit für Schleswig-Holstein verloren wären.

Der Windanlagenhersteller hatte im April die Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. In eine finanzielle Schieflage war Senvion (früher Repower) geraten, weil sich Projekte verzögerten und die Umsätze sanken. In Deutschland leiden auch andere Hersteller unter der von der Politik mitverursachten Flaute bei der Windenergie.

Lesen Sie auch:SPD will mehr Windräder in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein gibt es derzeit keine rechtssicheren Regionalpläne für die Errichtung neuer Windräder. Sie können nur über eine Ausnahmegenehmigung gebaut werden. Im laufenden Jahr sind bisher lediglich zwei Anlagen dazu gekommen. Nun will die Regierung eine Clearingstelle einrichten.

Mehr zu Senvion erfahren Sie auf unserer Themenseite.

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